Umsatzsprung im Weihnachtsgeschäft Online-Händler jagen Ladengeschäften Kunden ab

In diesem Winter shoppen die Deutschen offenbar lieber vom Sofa aus, als beim Stadtbummel: Das Weihnachtsgeschäft läuft vor allem bei den Internet-Versandhändlern glänzend. Die Branche rechnet mit einem gewaltigen Umsatzplus von mehr als 40 Prozent auf fast acht Milliarden Euro.

Weihnachtsmänner in Hannover: Lieber online kaufen, als beim Stadtbummel
DPA

Weihnachtsmänner in Hannover: Lieber online kaufen, als beim Stadtbummel


Berlin - Das Weihnachtsgeschäft bringt den Internet-Versandhändlern vermutlich einen gewaltigen Schub - und sie jagen den Ladengeschäften in den Innenstädten noch mehr Umsatzanteile ab. Die Branche rechnet im Vergleich zur Vorjahresperiode mit einem Umsatzplus von 42 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Das geht aus einer Prognose des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (BVH) hervor, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. Sie beruht auf Zahlen von Mitte Oktober bis Ende November. Der BVH definiert das Weihnachtsgeschäft als den Zeitraum von Mitte Oktober bis 24. Dezember.

Für die Versandunternehmen insgesamt erwartet der Bundesverband in der Vorweihnachtszeit ein Einnahmeplus von 17 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Damit hat der Verkauf per Internet einen Anteil von 80 Prozent am gesamten Versandhandel.

Bekleidung liefert zum Weihnachtsfest den größten Umsatzbeitrag im Versandhandel - rund 2,4 Milliarden Euro. Auf Platz zwei folgen nach der BVH-Analyse Bücher mit 1,1 Milliarden Euro. Den dritten Rang nehmen Unterhaltungselektronik und andere Elektronikartikel mit 770 Millionen Euro ein.

Der Straßen-Einzelhandel hatte in der zweiten Adventswoche ein relativ schwaches Geschäft gemeldet. Ursache war der Orkan "Xaver", der in einigen Regionen Deutschlands den Menschen die Lust auf einen Einkaufsbummel verdarb. Die Hälfte der Händler klagte über Umsatzeinbußen, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) feststellte. Sie blieben dennoch optimistisch, weil die meisten Kunden ihre Geschenke eher knapp vor dem Fest kauften.

Der HDE erwartet in diesem Jahr im Weihnachtsgeschäft einen Gesamtumsatz von 80,6 Milliarden Euro - 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Anders als beim Versandhandel umfasst das Weihnachtsgeschäft für den HDE die Monate November und Dezember.

nck/dpa

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mactor2 12.12.2013
1. Tja,
Es ist ja auch so- alles was dem Einzelhandel Umsatz/Freude bereitet wie volle Geschäfte, viele Kunden im Laden, "Schlangen" an Umkleidekabine/Kassen treibt mich noch schneller zum Kauf beim Onlinehandel...
astrowurm 12.12.2013
2. Kein Wunder
Ich hatte mir dieses Jahr fest vorgenommen, statt im Internet bei den örtlichen Geschäften meine Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Hat bis auf ein Geschäft nicht funktioniert. Teilweise mussten Teile bestellt werden. Ist ja kein Problem sollte man meinen. Aber so manche Verkäuferin hatte Schwierigkeiten damit, den Computer zu bedienen. Anfragen wurden per Fax geschickt. Wenn keine Antwort kam, wurde nicht bei der Firma angerufen, sondern der Kunde telefonisch vertröstet. Als ob es die Riesenkonkurrenz Internet nicht geben würde. Ich kam mir vor wie in einer Servicewüste. Bin dann wieder aufs Internet umgestiegen. Ich hätte nie gedacht, dass der Internethandel mehr Service bietet als der Einzelhandel. Jetzt weiß ich es besser.
vhe 12.12.2013
3. Hammernichkriegmernichkömmernichbestelln...
Das Credo des Einzelhandels. Oder: Kann ich zwar bestellen aber - nur wenn Sie's dann auch nehmen (selbst wenn das Sortiment des jeweiligen Herstellers geführt wird und es nur um eine andere Farbe oder Größe eines Topfes o.ä. geht) - es dauert 2 Wochen, weil erst dann die nächste Sammelbestellung rausgeht. Sorry, dann bestell ich lieber online.
meinung2013 12.12.2013
4.
Zitat von astrowurmIch hatte mir dieses Jahr fest vorgenommen, statt im Internet bei den örtlichen Geschäften meine Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Hat bis auf ein Geschäft nicht funktioniert. Teilweise mussten Teile bestellt werden. Ist ja kein Problem sollte man meinen. Aber so manche Verkäuferin hatte Schwierigkeiten damit, den Computer zu bedienen. Anfragen wurden per Fax geschickt. Wenn keine Antwort kam, wurde nicht bei der Firma angerufen, sondern der Kunde telefonisch vertröstet. Als ob es die Riesenkonkurrenz Internet nicht geben würde. Ich kam mir vor wie in einer Servicewüste. Bin dann wieder aufs Internet umgestiegen. Ich hätte nie gedacht, dass der Internethandel mehr Service bietet als der Einzelhandel. Jetzt weiß ich es besser.
Hmm, da hab ich gerade gegenteilige Erfahrungen machen können. Nachdem ich lesen musste, wie Amazon unsere Sozialsystem plündert, habe ich dort mienen Account gelöscht und bis heute nicht bereut. Dieses ewige Tracking ging mir ebenfalls auf dem Wecker und mir sind meine Daten wichtig. Also kaufe ich verstärkt im Einzelhandel und zahle bar. Eine Kaffeemaschine gab während der Garantiezeit ihren Geist auf, hin zum Geschäft und ich hab sofort mein Geld wieder bekommen. Machen Sie das mal mit einem Internetkauf. Ich stehe nicht mehr eeeewig in der Schlange von irgendeinem Postamt, die Klamotten und Schuhe probiere ich und dann passen sie und sowohl Farbe, als auch Material passt. Ich muss nicht mehr mein Konto so streng überwachen und es gibt auch keine doppelten Abbuchungen mehr, denen ich dann monatelang! nachlaufen muss und viele positive Dinge meh. Der Einzelhandel hat massiv aufgeholt, der Internethandel hinkt, was Service anbelangt, jetzt hinterher. Meine Erfahrungen. Zur rechten Uhrzeit sind die Geschäfte auch nicht überlaufen, abends ab 18:00 - 20:00 Uhr ist eine gute Zeit. Und noch ein vorteil: der Einzelhandel hat weniger Möglichkeiten bei den Steuern zu tricksen, wie ein internationaler Konzern.
TheoDrodten 12.12.2013
5. Im Laden erwarte ich Kunden-Service
Kauf im Geschäft: Kaufobjekt PC im Wert von 1000 € Hatte mich vorher kundigt gemacht und wusste genau was ich wollte. Brauchte also (wohlweislich) keine Beratung mehr. Stehe im Laden und warte. Um mich herum massenweise Kinder und Jugendliche die den Laden zum Zeitvertreib nutzen. Verkaufspersonal ist im Gespräch mit dem (nicht etwa mit Kunden) mit dem anderen Verkaufspersonal. Nach 15 Minuten spreche ich den ersten Verkäufer an und werde barsch in meine Schranken gewiesen. Das ist nicht seine Abteilung. Er schickt mir jemanden. Natürlich kam niemand. Zweiter Versuch. Ich spreche jemanden an. Der ist ebenfalls total genervt und vermittelt mir das Gefühl „schlimmer wie die Pest“ zu sein. Auf meine Bemerkung“ „Ich störe auch nicht lange – ich möchte diesen PC“ reagiert er nur in so fern, dass er weg geht und mit irgendwelchen Unterlagen wieder kommt- die will er ausfüllen, damit ich mit diesem Beleg zur Kasse gehen kann. Während er den Kaufvertrag ausfüllt wird er von zwei jungen (gut aussehenden) Mädels angesprochen. Sofort kümmert er sich um sie und lässt mich ohne Probleme einfach stehen. Nach 15 Minuten bin ich gegangen. Vermutlich hat er es nicht einmal bemerkt. Hätte das Verkaufsgespräch zum Abschluss geführt, hätte ich den PC quer durch den Laden schleppen müssen (natürlich ohne Hilfe), mich in einer endlos langen Schlange an der Kasse anstellen und dann das Teil nach Hause schleppen müsse. Die Alternative sah dann so aus: Kaufobjekt PC im Wert von 1000 € Hatte mich vorher kundigt gemacht und wusste genau was ich wollte. Abends gemütlich mit einer Tasse Kaffe im PC nach Angeboten Ausschau gehalten, ein günstiges Angebot gefunden und bestellt. Gerät wurde mir 2 Tage später ins Haus geliefert. Unterm Strich 70 € günstiger wie im Geschäft. So lange der „Laden-Handel“ seinen Service nicht merklich verbessert, sehe ich keinen Grund dort zu kaufen. Fairer Weise möchte ich aber auch erwähnen, dass es durchaus Ausnahmen gibt. So kaufe ich meine Elektrogeräte alle bei einem hiesigen alteingesessenen Händler. Der geht auf meine Bedürfnisse ein, kommt mir mit den Preisen entgegen und hat einen hervorragenden Kundendienst – dann ist es mir auch schnurz-pieps-egal das er ca 15% teurer wie ein Online-Händler ist. Für diesen erstklassigen Service zahle ich gerne etwas mehr.
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