Opec+ Ölstaaten verlängern Förderkürzung bis Juli

Auch im Juli wollen wichtige Ölstaaten die Förderung deutlich drosseln - um knapp zehn Millionen Barrel am Tag. Ein Land macht bei der Verlängerung jedoch nicht mit.
Ölverarbeitung in Saudi-Arabien: Kürzung soll Preis stabilisieren

Ölverarbeitung in Saudi-Arabien: Kürzung soll Preis stabilisieren

Foto: FAYEZ NURELDINE/ AFP

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und ihre Kooperationspartner wie Russland haben sich auf eine Verlängerung der aktuellen Drosselung der Ölproduktion um einen weiteren Monat geeinigt. Die teilnehmenden Länder der sogenannten Opec+ hätten bei der Videokonferenz dafür gestimmt, dass auch im Juli die Ölproduktion um knapp zehn Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag gedrosselt werde, teilte das Ölkartell mit . Dies soll helfen, die Ölpreise zu stabilisieren. Unter anderem wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise ist der Ölverbrauch weltweit eingebrochen.

Die bislang bestehende Vereinbarung habe zu einer "vorläufigen Erholung der Weltwirtschaft und des Ölmarktes" beigetragen, teilten die Förderstaaten nach überraschend kurzen Verhandlungen mit. Alle großen Produzenten müssten sich nun weiterhin zur Stabilisierung des Marktes verpflichten. Mexiko will die Verlängerung laut Energieministerin Rocío Nahle allerdings nicht mitmachen.

Die großen Ölförderländer wollen mit dem Schritt den Preisverfall in der Coronakrise stoppen. Die Opec und die anderen Länder hatten sich im April darauf verständigt, die Ölförderung um 9,7 Millionen Barrel pro Tag für die Monate Mai und Juni zu kürzen.

Daraufhin hatten die Preise an den Tankstellen wieder etwas angezogen. Die Zeit der wegen der Coronakrise fallenden Spritpreise scheint vorbei. Bei aktuellen Preisen von etwa 1,20 Euro für einen Liter Super E10 und 1,10 Euro pro Liter Diesel ist Tanken allerdings noch immer deutlich billiger als vor Ausbruch der Pandemie. Dabei dürfte auch die bis Jahresende von 19 auf 16 Prozent gesenkte Mehrwertsteuer eine Rolle spielen.

Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte, der April sei der schlimmste Monat auf dem Ölmarkt gewesen, die Situation habe sich aber gebessert: "Wir sehen einen positiven Effekt der gemeinsamen Handlungen. Der Markt ist aber immer noch in einem fragilen Zustand und braucht Unterstützung", sagte Nowak der Agentur Tass zufolge. Die Vereinbarungen sollten sich nun weiter positiv auf die Stabilisierung des Energiemarktes auswirken, sagte Regierungssprecher Dmitrij Peskow.

Der Preis soll hochgehen, aber nicht zu hoch

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador hatte bekannt gegeben, dass seine Regierung die Förderung nicht weiter reduzieren wolle. Mexiko halte sich aber an die Vereinbarung vom April. Ölministerin Nahle schrieb auf Twitter, das nordamerikanische Land bleibe für einen Dialog offen. Bereits bei der ursprünglichen Vereinbarung einer Förderkürzung hatte Mexiko eine Einigung verzögert, da es darauf bestand, nur 100.000 Barrel Förderkürzung pro Tag statt der geforderten 400.000 Barrel beizutragen.

"Diese Anpassungen haben dem Markt die dringend benötigte Entlastung gebracht, und wir haben eine vorsichtige Erholung erlebt", sagte der algerische Energieminister und Vorsitzende der Opec-Konferenz, Mohamed Arkab. "Die Aussichten sowohl für Angebot als auch Nachfrage haben sich in den vergangenen Wochen verbessert." Die beteiligten Länder hätten sich bisher in hohem Maße an die Abmachung gehalten.

Marktbeobachter hatten eine Einigung der Opec erwartet. Allerdings will das Kartell die Preise auch nicht zu sehr hochtreiben. Das könnte die US-Konkurrenz wieder stärker ins Spiel bringen, die bei Preisen jenseits der 40 Dollar für ein Barrel wieder kostendeckend produzieren könnte.

fdi/dpa
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