Pferdefleischskandal Haftstrafe für niederländischen Händler Willy Selten

Millionen Verbraucher ekelten sich 2013 über als Rind deklariertes Pferdfleisch in Lebensmitteln. Nun ist der Hauptverdächtige in dem Fall zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Angestellte von Willy Selten: Pferdefleisch als Rindfleisch ausgegeben

Angestellte von Willy Selten: Pferdefleisch als Rindfleisch ausgegeben

Foto: Koen Verheijden/ AFP

Zwei Jahre nach dem Pferdefleischskandal in weiten Teilen Europas ist am Dienstag ein niederländischer Großhändler zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Willy Selten bekam eine Strafe von zweieinhalb Jahren, wie das Gericht in Herzogenbusch urteilte. Der Chef zweier Firmen habe Rechnungen, Aufdrucke und Zutatenlisten gefälscht, um Pferdefleisch als Rindfleisch zu verkaufen.

Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft für Selten gefordert. Der 45-Jährige hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und sprach von einem Fehler in der Buchhaltung.

Selten war im Mai 2013 unter dem Verdacht festgenommen worden, 300 Tonnen Pferdefleisch als Rindfleisch ausgegeben zu haben. Die niederländische Staatsanwaltschaft wies ihm eine Schlüsselrolle in dem europaweiten Lebensmittelskandal zu. Dieser hatte im Januar 2013 in Irland und Großbritannien seinen Anfang genommen und zu Rückrufen von Fleischprodukten in etlichen europäischen Ländern geführt.

ssu/AFP
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