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14. Februar 2013, 18:49 Uhr

Pferdefleisch-Skandal

Französische Firma gerät ins Visier der Regierung

Die französische Regierung erhebt schwere Vorwürfe gegen einen heimischen Fleischverarbeiter. Die Firma Spanghero habe Pferdefleisch wissentlich als Rindfleisch verkauft, sagte der Verbraucherminister. Das Unternehmen weist das zurück.

Paris - Die französische Regierung hat die Firma Spanghero als Schuldigen im Pferdefleisch-Skandal ausgemacht: Die Firma habe gewusst, dass sie Pferdefleisch als Rindfleisch verkaufte, sagte der französische Verbraucherminister Benoît Hamon. Spanghero habe sich eines "Wirtschaftsbetrugs" schuldig gemacht und werde zur Verantwortung gezogen werden. Die Firma wies das zurück und versicherte, sie habe nur als Rindfleisch "geltendes" Fleisch verkauft.

Der Firma in Südwestfrankreich wurde mit sofortiger Wirkung die Zulassung zur Fleischverarbeitung entzogen, sagte Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll. Nach weiteren Kontrollen in der Firma werde voraussichtlich in einer Woche entschieden, ob die Betriebserlaubnis endgültig entzogen wird. Le Foll: "Wir müssen die Etikettierung für verarbeitete Produkte auf europäischer Ebene verbessern, um die Herkunft des Fleisches auszuweisen." Der europaweite Skandal um Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten, das als Rindfleisch etikettiert worden war, hatte am Mittwoch auch Deutschland erreicht. In Lasagne-Produkten wurden Anteile von Pferdefleisch gefunden. Spanghero hatte das Fleisch aus Rumänien bezogen und eine Tochter der französischen Firma Comigel in Metz beliefert, die europaweit zahlreiche Fertigprodukte verkauft.

Spanghero weist seit Beginn des Skandals alle Schuld von sich. In einer Erklärung hob die Firma am Donnerstag erneut hervor, sie habe "nur als Rind geltendes Fleisch bestellt, erhalten und weiterverkauft". Das Fleisch sei ordnungsgemäß etikettiert gewesen. Die Firma erinnerte daran, dass sie eng mit den französischen Anti-Betrugs-Ermittlern zusammengearbeitet und selbst eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Betrugs erstattet habe.

Comigel weitgehend entlastet

Nach einem Bericht der französischen Zeitung "Le Parisien" hatte Spanghero noch Anfang Januar 42 Tonnen Pferdefleisch von einem zyprischen Händler gekauft. Die Zeitung veröffentlichte das Faksimile einer Rechnung, aus der aufgrund eines Zahlencodes hervorgehe, dass es sich um Pferdefleisch handelte. Spanghero verteidigte sich nun mit dem Hinweis, auf den gelieferten Paletten sei Rindfleisch ausgewiesen gewesen. Den Zahlencode auf der Rechnung habe die Firma als eine Liefernummer des Händler verstanden.

Die Firma Comigel wurde von Verbraucherminister Hamon weitgehend entlastet. Für diese sei es Rindfleisch gewesen, hob er hervor. Dennoch habe sich auch Comigel mit dem luxemburgischen Tochterunternehmen Tavola der Nachlässigkeit schuldig gemacht, denn das Unternehmen hätte besser kontrollieren müssen, sagte er. So hätte beim Auftauen auffallen müssen, dass die Farbe von Rindfleisch anders sei. Nach seinen Worten dauerte der Pferdefleischhandel mehrere Monate an und umfasste 750 Tonnen Fleisch, von denen 550 an Comigel gegangen seien.

cte/AFP

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