Niederländische Schlachterei Tonnenweise verdächtiges Fleisch in NRW aufgetaucht

Drei deutsche Betriebe sollen betroffen sein: Eine niederländische Großschlachterei hat Behörden zufolge Teile ihrer Ware mit Pferdefleisch vermischt. 19 Tonnen davon wurden nach Nordrhein-Westfalen verkauft.

Berlin - In Deutschland ist offenbar erneut undeklariert Pferdefleisch verkauft worden: Laut EU-Schnellwarnsystem hat eine niederländische Großschlachterei etwa 19 Tonnen verdächtiger Ware nach Nordrhein-Westfalen geliefert, wie das Bundesagrarministerium am Donnerstag mitteilte.

Das zuständige NRW-Ministerium wies darauf hin, dass es um Lieferungen aus dem Jahr 2012 handele. Es gebe keine Hinweise, dass Produkte daraus noch im Handel seien, sagte eine Sprecherin: "Eine Gesundheitsgefahr hat zu keiner Zeit bestanden." Es gehe um einen Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht. Laut "Neuer Osnabrücker Zeitung"  sollen drei Verarbeitungsbetriebe in NRW von dem beschuldigten Hersteller beliefert worden sein.

Nachdem niederländische Behörden Ende Januar 690 Tonnen verdächtiges Fleisch beschlagnahmt hatten, wurde am 6. Februar bekannt, dass insgesamt sogar 28 000 Tonnen unter Verdacht stehen, mit Pferdefleisch vermischt worden zu sein. Das Schlachtunternehmen aus der Provinz Gelderland soll demnach zwei Jahre lang minderwertige Ware vertrieben haben. Vor einem Jahr hatte nicht deklariertes Pferdefleisch in Fertigprodukten in mehreren europäischen Ländern einen Skandal ausgelöst. Von den vorgesehen Gegenmaßnahmen der EU sind seither nur wenige umgesetzt worden.

mxw/dpa
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