66 Festnahmen Ermittler fassen mutmaßliche Hintermänner von Pferdefleischskandal

Vor vier Jahren erschütterte ein Pferdefleischskandal Europa. Nun ist den Ermittlern bei der Suche nach den Verantwortlichen offenbar der entscheidende Schlag gelungen.
Pferd im Fokus

Pferd im Fokus

Foto: Caroline Seidel/ picture alliance / dpa

Europäische Ermittler haben einen internationalen Ring von mutmaßlichen Fleischbetrügern zerschlagen und insgesamt 66 Verdächtige festgenommen. Die Bande unter Leitung eines niederländischen Fleischhändlers soll für den großen europäischen Pferdefleischskandal im Jahr 2013 verantwortlich sein, teilte Europol mit .

Die mutmaßlichen Täter sollen billiges Pferdefleisch als teures Rindfleisch deklariert und verkauft haben. Die Ware war nicht für den menschlichen Verzehr geeignet und zum Teil mit Medikamenten behandelt worden.

Festnahme in Belgien

Der Kopf der Bande soll ein niederländischer Fleischhändler sein. Er wurde in Belgien festgenommen. Den Verdächtigen wird unter anderem Betrug, Dokumentenfälschung und Verbrechen gegen die Gesundheit der Bevölkerung vorgeworfen.

Der Skandal war 2013 bekannt geworden, als in Irland Pferdefleisch in Hamburgern entdeckt worden war. Danach wurde auch in anderen europäischen Ländern Pferdefleisch in Mahlzeiten gefunden, obwohl auf Etiketten reines Rindfleisch stand. In Deutschland wurde Tiefkühllasagne mit Anteilen von Pferdefleisch zurückgerufen.

Die Ermittler kamen dem Hauptverdächtigen im Sommer 2016 auf die Schliche. Er soll das betrügerische Netzwerk aus Calpe im spanischen Alicante geleitet haben.

An der polizeilichen Operation unter Leitung der spanischen Polizei waren Ermittler in acht Ländern beteiligt. Es seien auch Bankkonten, Immobilien und Luxusautos beschlagnahmt worden, teilte Europol mit.

sms/dpa
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