Schmähpreis Plagiarius Das sind die dreistesten Fälschungen des Jahres

Wischmopps, Medizingeräte, Spielzeugbagger: Kaum ein Produkt ist vor Piraterie sicher, Plagiate sind ein Milliardengeschäft. Die dreistesten Fälschungen erhalten nun den Schmähpreis Plagiarius. In den Top 3 landet auch eine deutsche Firma.

Frankfurt am Main - Die beiden Geräte für Cellulite-Behandlung sind optisch nicht voneinander zu unterscheiden. Bis ins kleinste Detail scheinen Original und Fälschung exakt gleich verarbeitet. Selbst die Webseiten, auf denen die Therapiegeräte Arztpraxen angepriesen werden, sehen nahezu identisch aus. Lediglich ein Wort im Firmennamen haben die Produktfälscher ausgetauscht.

Der Jury des Plagiarius 2014 war diese dreiste Fälschung des Massagegeräts ZWave den ersten Platz wert. Das Original stammt aus Neu-Ulm, das Plagiat wird von einer chinesischen Firma hergestellt und verkauft. Kein Einzelfall: Allein im Jahr 2012 beschlagnahmten Zollbehörden knapp 40 Millionen rechtsverletzende Produkte im Wert von einer Milliarde Euro an den EU-Außengrenzen.

"Produktpiraterie ist kein Kavaliersdelikt", sagt Rido Busse, Initiator der Aktion Plagiarius, die seit 34 Jahren den internationalen Schmähpreis vergibt. Der Verein will damit freche Fälschungen öffentlich machen und kürte in diesem Jahr insgesamt zwölf Firmen zu Preisträgern, die besonders skrupellos geistiges Eigentum von anderen Firmen klauen. Als Trophäe erhalten sie einen schwarzen Zwerg mit goldener Nase. Die Skulptur soll die Gewinne symbolisieren, die Fälscher auf Kosten anderer erwirtschaften.

Auch der zweite Platz geht an eine chinesische Firma: Das Unternehmen Wenzhou Haibao hat den Hochdruckreiniger HD 6/15 C von Kärcher kopiert. Schon seit Jahren fälscht die Firma Produkte des schwäbischen Weltmarktführers. Inzwischen hat Kärcher einen Prozess in China gegen die Produktpiraten gewonnen: Wenzhou Haibao darf das Gerät nicht mehr herstellen und muss eine Strafe an Kärcher zahlen.

Auch eine deutsche Firma ist in der Riege der fragwürdigen Plagiarius-Gewinner. Die deutsche Firma Otto Oehme GmbH aus dem fränkischen Allersberg landete auf dem dritten Platz, weil sie den gefälschten Wischmopp-Halter Sprintus Magic Click vertreibt. Das Unternehmen könne sich laut einer Sprecherin nicht dazu äußern, da der Geschäftsführer zurzeit im Urlaub sei.

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