Umweltschutz Bundesrat besiegelt Plastiktütenverbot ab 2022

Supermärkte müssen die Plastiktüten ab 2022 aus der Kassenzone verbannnen – dabei haben das viele Geschäfte ohnehin längst getan. Die Handelsbranche kritisiert das Verbot als »reine Symbolpolitik«.
Einkauf mit Kunststofftüte: Künftig sollen Verbraucher zu Papp- und Mehrwegtüten greifen

Einkauf mit Kunststofftüte: Künftig sollen Verbraucher zu Papp- und Mehrwegtüten greifen

Foto: Bernd Wüstneck / DPA

Sie sind praktisch, aber ökologisch fragwürdig: Ab Januar 2022 werden Plastiktüten an Ladenkassen in Deutschland nun endgültig verboten. Am Freitag stimmte in Berlin der Bundesrat dem Gesetz zu.

Zuvor hatte die Große Koalition im Bundestag die Übergangsfrist für Geschäfte noch um sechs auf zwölf Monate verlängert. Im Amtsdeutsch ist von »leichten Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke zwischen 15 und 50 Mikrometer« die Rede. Gemeint sind damit die Standard-Tüten, die man beim Einkaufen bekommt. Ausgenommen sind besonders stabile Mehrweg-Tüten sowie die dünnen Plastikbeutel, die man etwa am Obst- und Gemüsestand findet.

Das Ende kommt mit Ansage. Schon in den vergangenen Jahren war die Zahl der in Deutschland verbrauchten Plastiktüten stark zurückgegangen, nachdem viele Händler sich freiwillig verpflichtet hatten, sie nicht mehr umsonst abzugeben.

Der Handelsverband HDE teilte am Freitag mit, man habe seit 2015 die Ausgabe von Kunststofftragetaschen insgesamt um fast 70 Prozent zurückgefahren, das Verbot sei überflüssig. 2019 habe der Verbrauch bei 18 leichten Kunststofftragetaschen pro Kopf gelegen.

Händler und Verbraucher hätten ihr Verhalten »längst eigenständig an die umweltbezogenen Herausforderungen unserer Zeit angepasst«, sagte Antje Gerstein, Geschäftsführerin für Nachhaltigkeit beim Handelsverband. Gerstein kritisierte das geplante Verbot als »reine Symbolpolitik« .

Manche Geschäfte bieten schon jetzt keine Einweg-Plastiktüten an der Kasse mehr an, sondern setzen auf Alternativen aus Papier, Pappkisten oder Stoff. Inwiefern deren Ökobilanz im Vergleich zur Plastik-Tragetasche abschneidet, wenn sie nur einmal oder wenige Male verwendet werden, ist umstritten. Ziel des von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) auf den Weg gebrachten Verbots ist aber, Plastikmüll zu vermeiden.

mic/dpa, afp
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