Bis zu 35 Prozent Kartoffeln, Milch und Getreide deutlich teurer

Den Aufschlag für Speisekartoffeln nennen sogar die Statistiker »bemerkenswert«: Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind auf breiter Front gestiegen – mit einer Ausnahme.
Kartoffelernte

Kartoffelernte

Foto: Christoph Schmidt/ dpa

Landwirtschaftliche Unternehmer in Deutschland konnten im September deutliche Preiserhöhungen durchsetzen. Im Schnitt legten die Preise um 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damals waren die Preise coronabedingt zurückgegangen.

Besonders pflanzliche Erzeugnisse wurden merklich teurer: Sie kosteten 21,9 Prozent mehr als vor Jahresfrist. »Dies ist unter anderem auf die bereits in den vergangenen Monaten gestiegenen Getreidepreise zurückzuführen«, schreiben die Statistiker. Vor allem die hohe Nachfrage der Mühlen im In- und Ausland sorgte demnach dafür, dass die Getreidepreise ein Drittel höher waren als im September 2020. Bereits im August hatte der Getreidepreis um mehr als 34 Prozent zugelegt, das war der höchste Anstieg seit 2013.

Auch der Preis für Speisekartoffeln stieg »bemerkenswert« um 35,5 Prozent, wie die Statistiker schrieben. Das sei die höchste Steigerung seit August 2019. Kartoffeln waren ebenfalls schon im August deutlich teurer geworden. Grund seien die geringen Erntemengen in diesem Jahr. Zudem kommt hier ein sogenannter Basiseffekt zum Tragen. »Vor einem Jahr führte eine große Erntemenge bei einer coronabedingt geringen Nachfrage zu niedrigen Preisen«, erklärten die Statistiker.

Raps verteuerte sich sogar um 49,2 Prozent. Hier trifft ein weltweit sinkendes Angebot auf eine gleichzeitig hohe Nachfrage, beispielsweise für die Energiegewinnung.

Bei den Erzeugnissen des Gemüse- und Gartenbaus wie Schnittblumen und Salat betrug die Preissteigerung 6,6 Prozent.

Die Preise für tierische Erzeugnisse stiegen um 7,9 Prozent zum Vorjahresmonat. Teurer wurde vor allem Milch: Für sie musste 13,1 Prozent mehr bezahlt werden, was vor allem an einem knappen Angebot  liegt.

Ausnahme war das Schweinefleisch, das 6,5 Prozent billiger war als im September 2020. Hier sehen die Statistiker eine Folge des allgemein sinkenden Konsums von Schweinefleisch. Zudem importieren Länder wie China derzeit wegen der Afrikanischen Schweinepest kein Schweinefleisch aus Deutschland.

Beim Rindfleisch gingen die Preissteigerungen hingegen weiter, sodass die Preise im September 20,1 Prozent höher waren als ein Jahr zuvor. Hier traf eine geringere Produktion auf eine steigende Nachfrage.

Die Auswirkungen auf die Verbraucherpreise stehen nicht exakt fest. Es ist aber zu erwarten, dass die Händler ihre erhöhten Einkaufspreise an Kunden weitergeben.

mmq/Reuters/dpa/AFP
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