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17. Mai 2010, 16:47 Uhr

Preisaufschlag

Handelsketten machen Butter deutlich teurer

Preisschock zum Wochenanfang: In mehreren Supermarktketten ist Butter deutlich teurer geworden. Ein 250-Gramm-Stück kostet bei Aldi Süd, Penny, Edeka und Rewe jetzt 20 Cent mehr. Andere Einzelhändler könnten folgen, vermuten Experten.

Düsseldorf - Nach unzähligen Preissenkungsrunden macht der Lebensmittelhandel jetzt eine Kehrtwende: Die Discounter Aldi Süd und Penny sowie die Supermarktbetreiber Edeka und Rewe heben den Preis für Deutsche Markenbutter auf 1,05 Euro je 250-Gramm-Stück an - und damit um 20 Cent pro Stück. Diese Preiserhöhungen gelten für die jeweiligen Eigenmarken der Handelskonzerne wie milfina, gut und günstig und ja.

Erst vor zwei Wochen war Trinkmilch um zwei Cent je Liter bei großen Ketten teurer geworden. Im Unterschied zu Preissenkungen, die jeden Monat bei ausgewählten Artikeln vorgenommen werden, schalten Handelskonzerne bei den Preiserhöhungen keine Anzeigen.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter begrüßte die höheren Preise für Butter. Es sei allerdings zu befürchten, dass Molkereien die Butterproduktion angesichts der Preisentwicklung ausbauten und die Butterpreise dann bei einem deutlich höheren Angebot wieder sinken könnten, sagte Sprecher Hans Foldenauer.

Die Nachfrage auf dem Weltmarkt steigt

Zumindest in einzelnen Filialen von Aldi Süd war der höhere Butterpreis schon am Montag zu zahlen. Bei Rewe koste Butter im untersten Preissegment ab diesem Dienstag 1,05 Euro und damit 20 Cent mehr, sagte ein Rewe-Sprecher in Köln. Das gelte auch für die Rewe-Discount-Tochter Penny. Auch bei Edeka werde die günstigste Butter um 20 Cent teurer und koste dann 1,05 Euro, sagte am Montag ein Edeka-Sprecher in Hamburg. Die Preiserhöhung sei bereits angelaufen.

Handelsexperten gehen davon aus, dass nun auch weitere Handelsketten den Butterpreis anheben. Hintergrund sei eine steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt. Deshalb hätten Molkereien bessere Verhandlungsvoraussetzungen mit den Handelskonzernen. Während bei Trinkmilch zumeist halbjährliche Kontrakte geschlossen werden, gelten die Butterlieferverträge häufig für einen beziehungsweise zwei Monate.

yes/dpa

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