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12. März 2016, 11:33 Uhr

Steigende Beiträge

Privatversichert? Was Sie jetzt tun sollten

Eine Kolumne von

Wer privat krankenversichert ist, muss sich auf immer höhere Kosten einstellen. Aber es gibt eine Möglichkeit, wie Sie da wieder rauskommen.

Knapp neun Millionen Menschen in Deutschland sind privat krankenversichert. Sie bekommen häufig gute Leistungen, aber zunehmend nur noch zu Preisen, die sie kaum zahlen können. Und es wird nicht einfacher.

Um ihr Geschäftsmodell der privaten Vollversicherung am Leben zu halten, müssen die Versicherer nämlich gleich an drei Fronten kämpfen:

Wenn die private Versicherung von drei Seiten bedroht wird, was heißt das für die Kunden?

Das konnte man vergangene Woche ganz konkret beobachten: Die DKV musste die Beiträge für Hunderttausende Kunden um durchschnittlich acht Prozent anheben. Bei einigen Versicherten fiel der Aufschlag weit höher aus. Um allzu drastische Beitragssprünge zu vermeiden, hat die DKV die Erhöhungen für Arbeitnehmer ohne Risikozuschläge auf maximal 129,90 Euro im Monat beschränkt - also auf gut 1500 Euro im Jahr.

Dabei hat die DKV nach eigenen Angaben zusätzlich noch fast 440 Millionen Euro an Reserven eingesetzt, um die Beiträge nicht noch stärker erhöhen zu müssen. Wer sehr wohlhabend ist oder Beamter, den schrecken solche Erhöhungen vielleicht nicht. Vielen privat Versicherten werden sich aber angesichts der Aussichten gerade die Nackenhaare sträuben.

Doch sie können etwas tun:

Wer nicht wechseln kann, muss auf die Politik hoffen

Die meisten Kunden in Not sind übrigens ehemalige Angestellte oder Selbstständige, pensionierte Beamte finden sich dagegen unter den Notfällen nur selten, wie aus dem ausführlichen Zahlenwerk des Verbands hervorgeht.

Wenn Sie jetzt absehen können, dass Sie die Beiträge künftig nicht bezahlen wollen und vielleicht auch nicht mehr können, dann nutzen Sie die Gelegenheit für den Rückweg in die gesetzliche Kasse oder den Weg in einen günstigeren Tarif. So lassen sich die 1000 oder 1500 Euro im Jahr oft wieder einsparen.

Gelingt Ihnen weder das eine noch das andere, dann bleibt Ihnen nur, auf die Politik zu hoffen. Die könnte das einzigartige deutsche Experiment mit den zwei parallelen Systemen der Krankenversicherung beenden. Diskussionen gab es schon im Wahlkampf 2013 und bei den anschließenden Koalitionsverhandlungen. Vor der Bundestagswahl 2017 kommt das Thema bestimmt wieder hoch.

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