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Bundesweites Ranking: Städte mit Zukunft

Foto: Marc Müller/ dpa

Zukunft deutscher Städte München hängt Frankfurt ab

Jahrelang war Frankfurt Deutschlands zukunftsträchtigste Stadt - doch das hat die Finanzkrise geändert. In einem Vergleich der größten Städte stellt nun München die Konkurrenz in den Schatten. Am Ende der Liste: Chemnitz.

München hat unter den 30 größten deutschen Städten laut einer Studie die besten Zukunftsaussichten. In dem Ranking des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Privatbank Berenberg  liegt die bayerische Landeshauptstadt erstmals auf Rang eins. Dahinter folgen Berlin und Leipzig, die damit kräftig aufgeholt haben.

Der dreimalige Spitzenreiter Frankfurt muss sich hingegen mit Platz vier begnügen. Die hessische Finanzmetropole punktet zwar weiter mit Internationalität, Bildung und Erreichbarkeit. Bei Jobwachstum und Produktivität rutschte die Mainmetropole der Studie zufolge allerdings ab. Die Finanzkrise habe sich in den vergangenen Jahren negativ auf Erwerbstätigkeit und Produktivität ausgewirkt, sagte HWWI-Direktor Henning Vöpel.

Die bayerische Landeshauptstadt hingegen punktete mit guten Standortfaktoren sowie mit Job- und Bevölkerungswachstum. München gehöre zu den herausragenden Wissensmetropolen und ziehe Hightech-Unternehmen an, sagte Vöpel. "Das ist eben der Schlüssel, um tatsächlich Zukunftsfähigkeit zu erlangen". Bereits jeder zweite Beschäftigte (48,9 Prozent) arbeite in einem wissensintensiven Wirtschaftszweig.

Mal wieder Letzter: Chemnitz

Für das Ranking zur Zukunftsfähigkeit der Städte analysierten die Forscher Entwicklung von Produktivität und Demografie sowie Standortfaktoren wie Bildung, Innovationsfähigkeit, Erreichbarkeit und Internationalität.

Schlusslicht des Rankings ist zum vierten Mal in Folge Chemnitz. Auf den Plätzen 29 bis 25 landen Kiel und die nordrhein-westfälischen Industriestädte Gelsenkirchen, Bochum, Wuppertal und Duisburg. Laut der Studie gehen Bevölkerung und Arbeitsplätze dort besonders stark zurück.

"Der Abstand dieser schrumpfenden Städte zu den wachsenden, sich erfolgreich entwickelnden Städten vergrößert sich zunehmend", sagte Hans-Walter Peters, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter von Berenberg. Das deckt sich mit den Ergebnissen einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): Demnach wird das Gefälle zwischen reichem Süden und armem Norden immer steiler.

Gegenläufig zu diesem Trend entwickelt sich Berlin. Die Hauptstadt setzte die Aufholjagd der vergangenen Jahre fort. Positiv entwickelten sich vor allem Erwerbstätigkeit und Bevölkerungszahl. "Der Wachstumsmotor Berlin läuft rund", sagte Vöpel. Den größten Sprung nach vorne machte Leipzig. Die sächsische Stadt verbesserte sich in der Rangliste von zuletzt Platz 12 auf den dritten Platz.

mxw/Reuters/dpa