Fast Fashion Recyclingbranche warnt vor Billigmode

Sie ist günstig, aber oft nicht wiederverwertbar: Billigmode bereitet Recyclingunternehmen Kopfzerbrechen. Das System stehe "vor dem Kollaps", warnt ein Branchenvertreter.
Bekannt für Billigmode: Eine "Primark"-Filiale in London

Bekannt für Billigmode: Eine "Primark"-Filiale in London

Foto: HANNAH MCKAY/ REUTERS

Angesichts einer zunehmenden Wegwerfmentalität fordern Recyclingunternehmen die Textilbranche dazu auf, mehr Verantwortung für ihre Produkte zu übernehmen. "Das bisher kostenfreie hochwertige System des Alttextilrecyclings steht vor dem Kollaps", warnte der Vizepräsident des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung, Martin Wittmann. "Fast Fashion", also kurzlebige Billigmode, und die Belastungen der Coronakrise machten eine wirtschaftliche Sammlung und Verwertung unmöglich.

Zwar habe sich die Sammelmenge in den vergangenen Jahren erhöht - von 2013 bis 2018 etwa um 300.000 Tonnen -, allerdings könnten die Recycler davon nicht profitieren. Das liege daran, dass sich die Qualität deutlich vermindert habe: Vieles sei nicht verwertbar oder enthalte schädliche chemische Fasern. In der Branche geht man davon aus, dass dieser Trend weiter anhalten und sich durch Corona noch verstärken wird - und schlägt deshalb Alarm.

Die Textilbranche müsse bei ihren Produkten den späteren Warenkreislauf mitbedenken, so Wittmann. "Kleidung aus billiger Chemiefaser oder gar Fasermixen eignen sich weder als Secondhandware, noch für die Weiterverwendung." Auch die Politik sei gefragt.

dab/dpa
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