Rekordverbrauch Fischkonsum steigt trotz höherer Preise

Deutsche essen so viel Fisch und Meerestiere wie noch nie: Im vergangenen Jahr lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 15,7 Kilogramm - und es geht weiter in die Höhe. Auch die Preise steigen. Den meisten Fisch verzehren die Hamburger.

Aufgetaute Makrelen: Hamburger essen den meisten Fisch
DPA

Aufgetaute Makrelen: Hamburger essen den meisten Fisch


Hamburg - Fisch ist weltweit ein gefragtes Nahrungsmittel: Der Verbrauch steigt noch schneller als die Fangmengen. Auch in Deutschland greifen die Kunden gern zu, trotz steigender Preise.

Im vergangenen Jahr lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 15,7 Kilogramm, gemessen am Fanggewicht, teilte das Fisch-Informationszentrum (FIZ) in Hamburg mit. Das waren 500 Gramm mehr als im Jahr zuvor. In diesem Jahr sollen es 16 Kilogramm werden. "Damit bestätigt sich ein langfristiger Trend", sagte FIZ-Geschäftsführer Matthias Keller. Noch bis in die achtziger Jahre lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei lediglich elf Kilogramm.

Jedes zweite Fischprodukt wird im Discounter verkauft

Dabei haben sich die durchschnittlichen Verkaufspreise für Meeresfrüchte und Fisch im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent erhöht - stärker als für andere Lebensmittel. "Die Verbraucher sind bereit, das zu bezahlen", sagte Keller. "Auch in der Zukunft werden wir uns an höhere Preise gewöhnen müssen." Allein das Wachstum der Weltbevölkerung und die stärker werdende Mittelklasse in den Schwellenländern sorgten für eine steigende Nachfrage. Dabei kann es je nach Fischart und Region aber zu unregelmäßigen Preisschwankungen kommen. So sei Hering in diesem Jahr um 30 Prozent teurer geworden, Lachs dagegen günstiger.

Etwa jedes zweite Fischprodukt wurde nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Deutschland von Discountern verkauft. Fischgeschäfte setzten nur knapp fünf Prozent der Gesamtmenge an Fisch und Meeresfrüchten ab.

Hamburger essen den meisten Fisch

Dementsprechend ist Alaska-Seelachs, aus dem Fischstäbchen und Schlemmer-Filets hergestellt werden, mit einem Anteil von 23,3 Prozent der meistverbrauchte Fisch in Deutschland. Es folgen der Hering mit 20 Prozent und Lachs mit 12,8 Prozent.

Im Ländervergleich verzehrten die Hamburger erneut den meisten Fisch. In der Hansestadt wurden nach Angaben der GfK pro Kopf 5,8 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte gekauft, wobei es sich um den Verzehr im Haushalt und nicht in Restaurants oder Kantinen handelt.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen Schleswig-Holstein und Sachsen mit 5,6 beziehungsweise 5,3 Kilogramm. Am wenigsten Fisch wurde in Sachsen-Anhalt (vier Kilogramm) und Baden-Württemberg (3,9 Kilogramm) gekauft.

dis/dpa/dapd



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