Altersvorsorge Deutsche Rentner zahlen mehr Steuern

Der Fiskus bekommt immer größere Beträge von Rentnern. Allein 2015 betrug der Anstieg zehn Prozent. Das wird auch künftig so sein - dafür werden Rentenbeiträge zunehmend von der Steuer befreit.

Die Steuerlast wird für deutsche Rentner auch in Zukunft nicht geringer
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Die Steuerlast wird für deutsche Rentner auch in Zukunft nicht geringer


Rentner zahlen immer mehr Einkommensteuer. So flossen im Jahr 2015 rund 34,65 Milliarden Euro Einkommensteuer von Steuerpflichtigen mit Renteneinkünften an den Staat, wie eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag zeigt. Im Jahr zuvor waren es erst 31,44 Milliarden Euro - 2005 noch 15,55 Milliarden Euro.

Dass die Summe der Einkommensteuer, die Rentner zahlen, jährlich steigt, ist zu einem großen Teil auch auf die konkrete Ausgestaltung der Rentenbesteuerung zurückzuführen: Der Anteil, den Neurentner versteuern müssen, nimmt nämlich jedes Jahr zu. Dafür steigt auch jedes Jahr der Anteil, den Arbeitnehmer von ihren Rentenbeiträgen von der Steuer absetzen können.

Erst seit 2005 sind gesetzliche Renten überhaupt steuerpflichtig. Der steuerpflichtige Anteil der Rente betrug für alle, die 2005 oder zuvor in Rente gingen, noch 50 Prozent - dieser Anteil steigt seitdem jedes Jahr um zwei Prozentpunkte. Wer im Jahr 2020 in Rente gehen wird, wird bereits 80 Prozent seiner Rente versteuern müssen. Danach wird der Anteil jedes Jahr um ein Prozent erhöht, bis im Jahr 2040 Neurentner den vollen Betrag versteuern müssen.

Während es beim gesamten Steueraufkommen zwischen 2005 und 2015 eine Steigerung von rund 50 Prozent gab, waren es bei der Einkommensteuer der Rentner rund 130 Prozent.

Knapp fünf Millionen Senioren derzeit von Rentensteuer betroffen

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch bezeichnete die Entwicklung der Rentenbesteuerung als problematisch. "Wenn hier nichts geändert wird, werden immer mehr Renten steuerlich empfindlich belastet werden", sagte Bartsch. "Für niedrige Renten brauchen wir einen besonderen Schutz." Bartsch forderte eine Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags, "damit nicht ohnehin schon schmale Renten faktisch weiter sinken."

Die seit 2005 erhobene Rentensteuer trifft aktuell etwa 4,98 Millionen Senioren - fast doppelt so viele wie im Jahr 2005. Infolge des steigenden steuerpflichtigen Teils der Rente sowie von Rentenerhöhungen werden immer mehr Neurentner vom Fiskus zur Kasse gebeten.

Ob Senioren eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe ihrer steuerpflichtigen Einkünfte insgesamt ab - neben Renteneinkünften also auch von weiteren Einnahmen wie Erträgen aus Kapitalanlagen, Mieteinnahmen oder Betriebsrenten. Fällig wird sie, wenn die Gesamteinkünfte eines Rentners über dem Grundfreibetrag von derzeit 9168 Euro und bei Verheirateten 18.336 Euro liegen.

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fdi/flg/dpa-AFX



insgesamt 49 Beiträge
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frank.goossens 01.11.2019
1. Jammern ist fehl am Platz, der Freibetrag muss aber erhöht werden
Mit der Überschrift ist schon alles gesagt. Der Pflicht, die Rente -keineswegs vollständig- versteuern zu müssen, stand zu den späteren Zeiten der Beitragszahlung die Möglichkeit des Abzugs der Beiträge von dem zu versteuernden Einkommen gegenüber. Wer als Rentner Steuern zahlen muss, ist nicht arm.
m.d._b 01.11.2019
2. Steuererklärung bis zum Tod
Ich stelle mir den 90 jährigen, dementen Rentner vor der jedes Jahr die Steuererklärung vergisst oder den Rentner welcher aus sonstiges Gründen im Pflegeheim auf sein ableben wartet und die Steuererklärung ebenfalls nicht abgibt. Wie wird das Finanzamt reagieren? Sozial oder mit aller Härte?
charlie95 01.11.2019
3. Nicht arm ?
Der Eigenbeitrag zum Pflegeheimplatz beträgt mittlerweile ca. 1500 € Sie können also mit dem steuerlichen Freibetrag als Rentner nicht einmal Ihren Pflegeheimplatz finanzieren. Ich finde, der Freibetrag müsste mindestens so hoch sein wie der Zuzahlungsbetrag zum Pflegeheim.
hersp58 01.11.2019
4. ein völlig normaler Vorgang
Der Staat war damals (2005) höchstrichterlich verpflichtet das Ungleichgewicht zwischen der Besteuerung der Renten und Pensionen abzustellen. Statt aber die Pensionen zu entlasten wurden die Renten belastet und eine lange Übergangsfrist eingeführt. Es werden jeweils nur die Rentenerhöhungen normal besteuert, nicht aber die Altrenten bis 2005. Deshalb wird sich die Steuer insgesamt tendenziell immer weiter erhöhen, solange es (noch) Rentenerhöhungen gibt.
muunoy 01.11.2019
5. Doppelbesteuerung
Hoffentlich ziehen da bald ein paar Rentner vors BVerfG. Da Rentenbeiträge der jetzigen Rentner fast komplett einer Besteuerung unterlagen, kommt es in der langen Übergangszeit zu Doppelbesteuerungen, die andere bereits konkret nachgewiesen haben.
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