Wegen Ukrainekrieg Jeder zweite deutsche Haushalt versucht, Energie zu sparen

Durch den Ukrainekrieg sind die Energiepreise stark gestiegen. Aber wie gehen Verbraucher damit um? Laut einer Umfrage versucht fast die Hälfte der Deutschen, bewusster mit Energie umzugehen.
Heizung runterdrehen gegen steigende Energiepreise: Viele Deutsche sparen Strom

Heizung runterdrehen gegen steigende Energiepreise: Viele Deutsche sparen Strom

Foto: Fernando Gutierrez-Juarez / dpa

Im Ukrainekrieg wurde angesichts steigender Preise und russischer Importe zum Energiesparen aufgerufen. Um den Geldbeutel zu schonen – und den russischen Machthaber Wladimir Putin zu ärgern, wie Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zuletzt betonte.

Und tatsächlich versuchen das viele Menschen in Deutschland. Das geht aus einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom  hervor. Demnach versucht jeder zweite Haushalt seit Beginn der russischen Invasion, bewusster mit Energie umzugehen. 48 Prozent der Befragten sagten demnach, bewusster mit Energie umzugehen – etwa indem sie weniger Strom verbrauchen, weniger heizen  oder auf Ökostrom umgestiegen sind. 47 Prozent gaben aber auch an, seit Kriegsbeginn in dieser Hinsicht alles beim Alten zu lassen.

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Die Umfrage wurde bereits im März 2022 durchgeführt. 16 Prozent der Befragten sagten laut Bitkom, sie hätten den Energieverbrauch stark verändert, 32 Prozent zumindest leicht. »Durch den Krieg in der Ukraine sind viele Menschen zusätzlich motiviert, Energie einzusparen«, erklärte Bitkom-Präsidiumsmitglied Matthias Hartmann. Die Umfrage zeigt auch einen leichten Unterschied bei Altersgruppen: 16- bis 29-Jährige sparen eher Energie (52 Prozent) als über 65-Jährige (45 Prozent).

Intelligente Zähler können helfen

Laut Bitkom könnten »digitale Tools« helfen: etwa WLAN- oder Funksteckdosen, um Geräte komplett auszuschalten, wenn sie nicht genutzt werden, intelligente Heizkörperthermostate oder intelligente Zähler für Strom, Gas oder Wasser. Der Umfrage zufolge achten 59 Prozent der Energiesparer darauf, dass sie ihre Geräte stets komplett abschalten. 42 Prozent aktivieren demnach vermehrt die Energiesparfunktion bei Geräten wie Laptops und Monitoren, 22 Prozent reduzieren die Helligkeit von Bildschirmen.

»Auch kleine Maßnahmen, die den täglichen Komfort nicht einschränken, können in der Summe einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass das Klima geschützt und die Abhängigkeit von russischen Energieimporten verringert wird«, erklärte Hartmann. Dazu gehöre auch, dass Licht häufiger ausgeschaltet zu lassen oder den Warmwasserverbrauch zu verringern. 40 Prozent der Energiesparer aus der Umfrage gaben an, Warmwasser zu sparen.

90 Prozent der Deutschen sind laut der Umfrage der Meinung, Deutschland müsse so schnell wie möglich unabhängig von russischem Gas werden. Das Tempo der Energiewende bewerten 74 Prozent als zu langsam.

hba/AFP