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12. Januar 2018, 11:55 Uhr

Die Geldfrage

Muss ich Bitcoin-Gewinne versteuern?

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Kryptowährungen feierten zuletzt Rekorde, das lockt viele Anleger an. Doch auch Bitcoin-Gewinne müssen dem Finanzamt gemeldet werden. Aber welche Regeln gelten genau?

Das Zocken mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen hat in den vergangenen Monaten manch einem risikofreudigen Anleger Gewinne beschert. Weil Kryptowährungen in Deutschland kein gesetzliches Zahlungsmittel sind, werten die Finanzämter den Handel mit Cyber-Geld als privates Veräußerungsgeschäft. Anders als bei Wertpapieren unterliegen solche Geschäfte nicht der Abgeltungsteuer, Gewinne müssen wie bei anderen Vermögensgegenständen - etwa Kunstwerken, Antiquitäten oder Immobilien - in der Anlage Sonstige Einkünfte (SO) der Steuererklärung angegeben werden.

Es kommt allerdings darauf an, wie lange der Käufer seine Bitcoins behält. Verkauft er erst nach mehr als einem Jahr, kann er einen möglichen Gewinn steuerfrei vereinnahmen. Verkauft ein Anleger seine Bitcoins innerhalb der Spekulationsfrist, muss er den Gewinn mit seinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. Es sei denn, der Gewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften liegt unter der Freigrenze von 600 Euro. So viel können Anleger steuerfrei vereinnahmen. Wird die Grenze überschritten, ist der komplette Gewinn zu versteuern.

Wer im Bitcoin-Handel Geld verloren hat, kann die Verluste mit Gewinnen aus anderen Veräußerungsgeschäften verrechnen und so möglicherweise Steuern sparen.

Ganz anders ist der Fall beim sogenannten Mining: Wer das virtuelle Geld selbst am Computer mithilfe komplizierter Algorithmen geschaffen hat, muss dabei entstandene Gewinne wie Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb versteuern.

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