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06. September 2011, 08:32 Uhr

Schlechte Kontrollen

Netzagentur hält Wasserpreise oft für zu hoch

Strom und Gas werden immer teurer. und auch auf dem Wassermarkt könnten die Preise niedriger sein: Nach Angaben der Bundesnetzagentur wird der Sektor in einigen Regionen nur sporadisch kontrolliert - zum Nachteil der Verbraucher. Bundesweit einheitliche Kontrollen sollen das Problem lösen.

Osnabrück - Die Bundesnetzagentur plädiert dafür, den Wassermarkt in Deutschland einheitlich zu regulieren. Es gebe Spielräume für geringere Wasserpreise, teilte ihr Präsident Matthias Kurth in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit. Die öffentliche Aufsicht über den Wassermarkt als unzureichend.

"Die zuständigen Landeskartellbehörden kontrollieren Versorger nur punktuell und nicht nach einheitlichen Maßstäben", sagte Kurth. Die Folge sei, dass sich die Preise für Trink- und Abwasser regional eklatant unterschieden, was durch geografische Besonderheiten der Netze allein nicht zu erklären sei. Vielerorts würden Versorger versuchen, kartellrechtliche Kontrollen zu umgehen, indem sie die Rechtsform wechselten. "Denn Gebührensatzungen für kommunale Eigenbetriebe unterliegen keiner Kontrolle durch die Kartellämter."

Kurth sprach sich dafür aus, den Wassermarkt "stringenter" zu beaufsichtigen. "Ich halte es für richtig, ähnlich wie bei Strom und Gas auch den Wassermarkt nach einheitlichen Kriterien zu ordnen, auch wenn ein Zugang von Wettbewerbern wie in den Energienetzen nicht infrage kommt."

Seiner Ansicht nach würden die Bürger in zweifacher Hinsicht profitieren, wenn die Wasserwirtschaft effizienter würde. "Zum einen könnten die Wasserpreise für zahlreiche Bürger sinken." Zum anderen wäre gewährleistet, dass Wassernetze fortlaufend modernisiert würden und die Wasserqualität damit auf hohem Niveau bleibe.

ssu/dpa-AFX

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