Geringe Teuerungsrate Sinkende Energiepreise drosseln die Inflation

Das Leben in Deutschland wird nur langsam teurer: Im Januar ist die Inflationsrate auf ungewöhnlich niedrige 1,3 Prozent gesunken. Deutlich mehr kosten allerdings Lebensmittel - deren Preise sind um bis zu elf Prozent gestiegen.

Banknoten im Portmonaie: Geld verliert in Deutschland nur langsam an Wert
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Banknoten im Portmonaie: Geld verliert in Deutschland nur langsam an Wert


Berlin/Wiesbaden - Niedrige Preise für Energie drücken überraschend die Inflation in Deutschland: Im Januar sank die Jahresteuerung auf 1,3 Prozent, im Monat zuvor hatte der Wert noch bei 1,4 Prozent gelegen. Das teilte das Statistische Bundesamt aufgrund vorläufiger Berechnungen mit. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 1,5 Prozent erwartet.

Vor allem derzeit billige Haushaltsenergie und Kraftstoffe sorgen für geringeren Preisdruck: Energie war im Januar um 1,8 Prozent günstiger zu haben als noch vor Jahresfrist. Allein das Tanken verbilligte sich in den meisten Bundesländern um bis zu fünf Prozent. Der Trend teurer Nahrungsmittel setzte sich hingegen fort: Sie kosteten im Januar 3,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zahlen aus Hessen zeigen, dass besonders die Preise für Speisefette, Öle, Molkereiprodukte, Eier und Obst binnen Jahresfrist besonders rasant anzogen - um bis zu 11,1 Prozent. Fleisch war hingegen 1,6 Prozent billiger als vor einem Jahr.

Von Dezember auf Januar sanken die Verbraucherpreise insgesamt voraussichtlich um 0,6 Prozent. Das ist weitgehend üblich für Januar, da sich Pauschalreisen im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft im Dezember in vielen Bundesländern um mehr als 17 Prozent verbilligen. Zudem boten viele Einzelhändler Bekleidung und Schuhe nach den Weihnachtsfeiertagen günstiger an - allein in Sachsen um durchschnittlich 4,5 Prozent.

Experten rechnen mit weiteren Zinssenkungen

Die geringe Inflation kurbelt nach Ansicht von Experten auch den privaten Konsum an, die Kauflaune der Deutschen ist einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung zufolge derzeit so gut wie seit August 2007 nicht mehr. Auf den Euro übt die niedrige Inflation allerdings Druck aus: Am Donnerstagnachmittag fiel der Kurs der Gemeinschaftswährung auf rund 1,36 Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit einer Woche.

Trotz der momentan niedrigen Inflationsrate deutet mittelfristig vieles auf Preissteigerungen: "Im Zuge der Konjunkturerholung wird die Inflationsrate nach oben gehen, aber deutlich unter zwei Prozent bleiben", sagte der Volkswirt Alexander Krüger. Die Wirtschaftsweisen rechnen in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 1,9 Prozent aufgrund einer verbesserten Konjunktur. 2013 waren es noch 1,5 Prozent gewesen.

Damit nähert sich die Inflationsrate jedoch nur langsam dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB), die Preisstabilität bei einer Rate von knapp zwei Prozent gewährleistet sieht. Volkswirte rechnen daher mit weiteren Zinssenkungen. Die Notenbanker um EZB-Präsident Mario Draghi hatten erst im November den Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt - auch aus Sorge vor einem für die Konjunktur gefährlichen allgemeinen Preisverfall

mxw/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
gazettenberg 30.01.2014
1.
Zitat von sysopGetty ImagesDas Leben in Deutschland wird nur langsam teurer: Im Januar ist die Inflationsrate auf ungewöhnlich niedrige 1,3 Prozent gesunken. Deutlich mehr kosten allerdings Lebensmittel - deren Preise sind um bis zu elf Prozent gestiegen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/sinkende-energiepreise-verlangsamen-die-inflation-in-deutschland-a-950266.html
Wird nicht lange dauern und die ersten Foristen klagen hier über angeblich gefälschte Statistiken, weil sie doch gar keine Heimelektronik kaufen und der Spritpreis gefühlt auf Rekordhoch steht.
widderfru 30.01.2014
2. Inflationsstatistik ist augenwischerei
Lebenshaltungskosten des täglichen Bedarfs belegt, dass immer weniger übrig bleibt, bei 50% nichts lt. OSCD
hotgorn 30.01.2014
3. Krise?
Niedrige Energiekosten gab es auch nach der leeman pleite als Kurzarbeitergeld gezahlt wurde und die Bänder still standen. Die Schwellenländer brechen derzeit ein während EU und US derzeit angeblich wieder auf Erfolgskurs sind, sehr widersprüchlich das ganze.
hasenfuss27 30.01.2014
4.
Zitat von sysopGetty ImagesDas Leben in Deutschland wird nur langsam teurer: Im Januar ist die Inflationsrate auf ungewöhnlich niedrige 1,3 Prozent gesunken. Deutlich mehr kosten allerdings Lebensmittel - deren Preise sind um bis zu elf Prozent gestiegen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/sinkende-energiepreise-verlangsamen-die-inflation-in-deutschland-a-950266.html
Sinkende Energiepreise? Hab ich was verpasst?
shark 30.01.2014
5. Woher
kommt den diese Aussage? Von der Bundesregierung? "Vor allem derzeit billige Haushaltsenergie und Kraftstoffe sorgen für geringeren Preisdruck: Energie war im Januar um 1,8 Prozent günstiger zu haben als noch vor Jahresfrist. Allein das Tanken verbilligte sich in den meisten Bundesländern um bis zu fünf Prozent." Ich zahle immer mehr für meinen Strom und das Tanken ist auch nicht l billiger geworden. Anfang 2013 kostete der ltr. Super 1,44 € - und heute?
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