Handykauf So kommen Sie an ein gutes und günstiges Smartphone

Kann ein schickes Handy preiswert sein? Ja, das geht. Auf drei Dinge sollten Sie beim Kauf achten.

Der Schreck kam beim Trocknen. Es rumpelte heftig. Irgendetwas Hartes musste sich in der Maschine mitdrehen. Als ich den Trockner öffnete, fand ich die Bescherung. Mein 600-Euro-Smartphone trocknete. Zuvor war es in der Waschmaschine bei 40 Grad ordentlich gereinigt worden.

Freunde rieten mir, das Handy einfach auf die Heizung zu legen und abzuwarten. Doch auch nach einigen Tagen wollte es seinen Dienst nicht wieder aufnehmen. Eine Geschichte über ein überraschendes Ableben für den Handyverkäufer zu erfinden, kam für mich nicht in Frage.

Weil ich mich aber gerade an die vielen neuen Funktionen dieses Handys gewöhnt hatte, wollte ich genau das gleiche Gerät noch einmal. 600 Euro sind aber eine Stange Geld. Ein Kollege gab mir den Tipp, mich bei Gebrauchthandys umzuschauen.

1. Gebraucht statt neu

Tatsächlich kann man heute praktisch so ziemlich jedes neuartige Smartphone gebraucht mit enormen Preisnachlässen kaufen. Es gibt außer den Händlern an der Ecke einen richtigen Online-Markt dafür. Der beginnt bei den zurückgeschickten Smartphones, die man in den Elektronik-Kaufhäusern online billiger erwerben kann. Hinzu kommen spezialisierte Online-Gebrauchthandy-Anbieter wie Buyzocxs oder Asgoodasnew mit einem sehr breiten Angebot und zum Teil sehr günstigen Preisen . Die Anbieter prüfen die Gebrauchten und reinigen sie professionell. Man kann diese Smartphones nach dem Kauf ausgiebig testen, und wenn sie nicht gefallen, auch wieder zurückschicken. Und - der EU sei Dank - hat der Käufer bei solchen professionellen Händlern ein Jahr Gewährleistung . Beim Neukauf sind es zwei Jahre, aber manche Gebrauchthändler geben eine freiwillige Garantie von 12, 18 oder sogar 30 Monaten.

2. Abwarten statt loskaufen

Meine Kollegen ergänzen die Gebrauchtstrategie um eine weitere Alternative: abwarten. Ein Neugerät lässt sich billiger erwerben, wenn man es nicht gleich zum Modellstart kauft. Vergleichsportale prognostizieren, dass zum Beispiel die brandneuen Samsung-Galaxy-S7-Modelle schon in einigen Monaten ein Viertel billiger sein werden . Eine schicke Sparstrategie, aber natürlich nicht für Waschmaschinenopfer geeignet, die ja nicht monatelang warten können.

Bei Apple ist es nochmal anders. Die empfohlene Wartestrategie lautet da eher: nach der Ankündigung oder Einführung des neuen Modells das Vorgängermodell zu kaufen. Wenn also tatsächlich am Montag ein iPhone SE mit kleinerem Bildschirm kommt, dann über den Kauf des vergleichbaren iPhone 5s nachdenken .

Ich kannte ein solches Vorgehen als erfolgversprechende Strategie vom Autokauf. Zum Modellwechsel werden die alten Modelle deutlich billiger - sowohl Neuwagen als auch Gebrauchte.

3. Der passende Vertrag

Teil drei der erfolgreichen kostensparenden Aufrüstung beim Smartphone ist dann der richtige Vertrag. In der Großstadt kann man einen Smartphone-Vertrag mit ordentlichem Datenvolumen im LTE-Netz  von O2 und E-Plus für 10 oder 15 Euro im Monat abschließen. Braucht man (auf dem Land) ein besseres Netz, kommt man mit einem Vertrag für etwa 25 Euro  schon sehr weit.

Für mich hatte der Schreck mit der Waschmaschine noch ein gutes Ende: Ich habe mir ein schickes, gebrauchtes Handy gekauft, den Mobilfunkvertrag angepasst und nun eine preiswerte und moderne mobile Kommunikation.

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Micha Kirsten / Finanztip

Hermann-Josef Tenhagen, Jahrgang 1963, ist Chefredakteur von »Finanztip« und Geschäftsführer der Finanztip Verbraucherinformation GmbH. Der Geldratgeber ist Teil der Finanztip Stiftung. »Finanztip«  refinanziert sich über sogenannte Affiliate-Links, nach deren Anklicken »Finanztip« bei entsprechenden Vertragsabschlüssen des Kunden, etwa nach Nutzung eines Vergleichsrechners, Provisionen erhält. Mehr dazu hier .

Tenhagen hat zuvor als Chefredakteur 15 Jahre lang die Zeitschrift »Finanztest« geführt. Nach seinem Studium der Politik und Volkswirtschaft begann er seine journalistische Karriere bei der »Tageszeitung«. Dort ist er heute ehrenamtlicher Aufsichtsrat der Genossenschaft. Auf SPIEGEL.de schreibt Tenhagen wöchentlich über den richtigen Umgang mit dem eigenen Geld.

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