Umfrage zum Sparen Jeder fünfte Deutsche legt kein Geld zurück

Das Einkommen reicht nicht, um etwas auf die hohe Kante zu legen: Jeder fünfte Deutsche spart laut einer Umfrage nicht. Wer Geld übrig hat, setzt demnach auf klassische Anlageformen - auch wenn die allein sich kaum mehr lohnen.
Sparbuch: Wer Geld zurücklegt, setzt auf klassische Anlageformen

Sparbuch: Wer Geld zurücklegt, setzt auf klassische Anlageformen

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Etwa drei Viertel der Deutschen über 16 Jahren legen regelmäßig Geld zurück. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der Postbank. Zugleich sagte jeder fünfte Befragte (20,1 Prozent), er könne aus wirtschaftlichen oder persönlichen Gründen nichts sparen. Bei einer Umfrage 2012 hatten noch 26 Prozent gesagt, sie hätten kein Geld übrig.

Die fast 76 Prozent der Befragten, die nach eigenen Angaben regelmäßig sparen, setzen demnach vor allem auf klassische Spar- und Anlageformen. Das Girokonto führt die Liste der beliebten Instrumente mit 46,8 Prozent klar an, gefolgt von Tagesgeld (39,8 Prozent), Sparkonto (33,3 Prozent) sowie Festgeldkonto (22,9 Prozent). Danach folgten Lebensversicherungen (22,3 Prozent) und Bausparverträge (19,7 Prozent). Nur 17,7 Prozent der Befragten investierten Ersparnisse in Aktien oder Fonds, die damit auf dem letzten Platz im Ranking der genannten Anlageformen landeten. Sogar der Anteil derer, die ihr überschüssiges Geld lieber in bar zu Hause aufbewahren, war der Umfrage zufolge mit 17,8 Prozent minimal höher.

Angesichts der historisch niedrigen Zinsen raten viele Berater davon ab, viel Geld in klassischen Anlageformen wie Sparbüchern zu parken. Insgesamt kann sich das Sparen für Privatanleger aber nach wie vor lohnen, schreibt die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht.

Dafür gebe es zwei Gründe:

  • Zum einen seien die tatsächlichen Renditeeinbußen dank der sehr mickrigen Inflation gar nicht so groß, wie man angesichts der niedrigen Zinsen denken könnte. Der geringe Preisauftrieb führe dazu, dass die Rendite auf gespartes Geld unter Berücksichtigung der Inflation nicht so klein sei wie oft befürchtet.
  • Zum anderen hielten die Deutschen neben den vergleichsweise renditeschwachen Bankeinlagen auch renditestärkere Anlageformen wie Aktien, Investmentfonds oder Lebensversicherungen.

Betrachtet man alle Anlageformen der Haushalte zusammen, dann lag die durchschnittliche Rendite laut Bundesbank zwischen 2008 und 2015 bei 1,5 Prozent. Zwar ist das deutlich weniger als zwischen 1991 und 2007, als es durchschnittlich 3,5 Prozent waren. Hauptursache für den Renditeverlust sei aber gewesen, dass die privaten Haushalte ihr Geld von Termin- und Spareinlagen in geringer oder gar negativ verzinste Sichteinlagen umgeschichtet hätten.

mmq/AFP/dpa
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