Niedrige Zinsen Sparkassen wollen kostenlose Konten abschaffen

Die niedrigen Zinsen machen den Sparkassen zu schaffen. Nun sollen die Kunden für Girokonten zahlen. Außerdem fallen erneut Arbeitsplätze weg.
Sparkassen-Karte

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Foto: Daniel Karmann/ dpa

Die niedrigen Zinsen machten Bankkunden bisher vor allem auf dem Sparbuch die Rendite zunichte - jetzt müssen sie wohl noch an anderer Stelle draufzahlen. "Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, seinem Redetext zufolge in Frankfurt.

"Quersubventionierungen durch Zinsüberschüsse sind nicht mehr möglich", sagte Fahrenschon. Details gab er zunächst nicht bekannt.

Die Sparkassen betreiben in Deutschland nach eigenen Angaben 47,5 Millionen Girokonten. Einige dieser Konten kosten schon heute monatliche Gebühren - sind dann jedoch meist für bestimmte Gruppen wie Kinder, Studenten oder Auszubildende kostenlos. Auch reine Onlinekonten sind häufig kostenlos. Die genauen Preise unterscheiden sich von Ort zu Ort.

Das Problem der Sparkassen: Durch die niedrigen Zinsen können sie mit Krediten nicht mehr genug Geld verdienen, um ihre Kosten zu decken - zuletzt hatte die Europäische Zentralbank (EZB) in der vergangenen Woche die Zinsen erneut gesenkt.

Im vergangenen Jahr konnten die 413 Sparkassen sinkende Zinsüberschüsse nur durch höhere Gewinne bei Provisionen ausgleichen. Unter dem Strich machten die Banken rund zwei Milliarden Euro Gewinn.

"Es ist aber angesichts der Zinspolitik der EZB klar, dass sich diese guten Ergebnisse in den nächsten Jahren nicht wiederholen werden", sagte Fahrenschon. "Alle Marktteilnehmer müssen angesichts der falschen Zinspolitik neue Ertragsquellen erschließen."

Daneben wollen die Sparkassen kontinuierlich Stellen abbauen, um Kosten zu senken. Bereits im vergangenen Jahr hätten die Sparkassen 6427 freigewordene Stellen nicht wieder besetzt, sagte Fahrenschon. "Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird." Beim notwendigen Personalabbau werde man die natürliche Fluktuation nutzen, und ihn sozialverträglich gestalten.

Seit Monaten schließen zahlreiche Sparkassen Filialen - das liegt den Häusern zufolge aber auch daran, dass die Kunden dank des Onlinebankings deutlich seltener in eine Filiale kommen als noch vor einigen Jahren.

sep/dpa/Reuters
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