GfK-Index Steigende Corona-Zahlen trüben offenbar Kauflaune

Nach mehreren Anstiegen sinkt der GfK-Konsumklimaindex wieder. Die Marktforscher erklären das mit steigenden Infektionszahlen - und der Sorge wegen neuer Corona-Einschränkungen.
Fußgängerzone auf Norderney: Bereitschaft zur Anschaffung kostspieliger Güter ist ungebrochen

Fußgängerzone auf Norderney: Bereitschaft zur Anschaffung kostspieliger Güter ist ungebrochen

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Angesichts der noch immer nicht ausgestandenen Viruskrise in Deutschland ist der Konsumklimaindex des Marktforschungsunternehmens GfK gesunken. Die Nürnberger Marktforscher sagen nach drei deutlichen Anstiegen in Folge für September einen Rückgang ihres Barometers voraus - um 1,6 Punkte auf minus 1,8 Zähler.

"Steigende Infektionszahlen und die Furcht vor einer Verschärfung der Corona-bedingten Beschränkungen sorgen für Verunsicherung und drücken folglich auf die Stimmung", kommentierte GfK-Experte Rolf Bürkl die monatliche Umfrage unter rund 2000 Verbrauchern.

Dabei schwang offenbar auch die Hoffnung mit, dass die im Juli in Kraft getretene Mehrwertsteuersenkung die Konsumneigung stützen würde. Bürkl geht jedoch davon aus, dass die Senkung aktuell noch kein starker Impulsgeber ist: "Ob es sich nur um eine vorübergehende Eintrübung der Verbraucherstimmung handelt, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens und den von der Politik zu ergreifenden notwendigen Maßnahmen ab."

Unsicherheit über die künftigen Einkommen

Besonders deutlich zeigt sich die Verunsicherung der Verbraucher bei deren Einkommenserwartung, die nach drei Anstiegen in Folge nun wieder nachließ. Dennoch ist die Bereitschaft zur Anschaffung kostspieliger Güter wie etwa Autos, Computer oder Möbel ungebrochen: Das entsprechende Barometer der GfK stieg um 1,2 Zähler: Mit 43,7 Punkten liegt der Indikator nur noch gut fünf Zähler unter dem Wert des Vorjahres.

Die Nürnberger Konsumforscher ziehen daraus folgenden Schluss: "Nach wie vor gehen die Verbraucher davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft auch mithilfe umfangreicher Konjunkturpakete aus der schwersten Rezession der Nachkriegszeit herausarbeiten kann." Dies setze allerdings voraus, dass der Anstieg der Infektionszahlen zum Stillstand komme und keine drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie oder sogar ein zweiter Lockdown notwendig würden.

dab/Reuters  
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