Vorschlag aus Bayern und Hessen Arbeitnehmer sollen fünf Euro pro Homeoffice-Tag von der Steuer absetzen können

Das Homeoffice soll leichter von der Steuer absetzbar sein - auch ohne eigenes Büro. Diesen Vorschlag wollen die Finanzminister von Hessen und Bayern in den Bundesrat einbringen. Es geht um bis zu 600 Euro pro Jahr.
Arbeiten im Homeoffice: Profitieren von der "Einfachvariante"

Arbeiten im Homeoffice: Profitieren von der "Einfachvariante"

Foto: Sebastian Gollnow / picture alliance/dpa

Der Vorschlag klingt simpel: Hessen und Bayern wollen sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass mehr Menschen ihr Homeoffice von der Steuer absetzen können. Vor allem diejenigen, die sich kein eigenes Arbeitszimmer einrichten können, sollen von der geplanten "Einfachvariante" profitieren, wie der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) und sein hessischer Kollege Michael Boddenberg (CDU) mitteilten.

Die Initiative, die sie in den Finanzausschuss des Bundesrates einbringen wollen, sieht vor, dass pro vollem Tag im Homeoffice ein Pauschalbetrag von fünf Euro als Werbungskosten angesetzt werden kann - maximal 600 Euro pro Jahr.

Besondere Voraussetzungen in der Wohnung sind nach den Plänen der Finanzminister nicht notwendig. Sie wollten, "dass die Zusatzkosten durch das Homeoffice unbürokratisch bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden können", erklärten die Minister. Der Vorschlag trage "zur Steuervereinfachung bei" und könne "helfen, die in der gegenwärtigen Praxis häufigen Konflikte mit dem Finanzamt bei den Arbeitszimmerkosten zu befrieden".

Es ist nicht der erste Vorstoß in diese Richtung. Die Familienpolitikerin Silke Launert (CSU) hatte im Juli eine steuerlich absetzbare Pauschale von 600 Euro gefordert. Auch die CSU-Landesgruppe will Heimarbeitsplätze steuerlich fördern und eine "Flexi-Woche" einführen, bei der sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam auf flexible Arbeitszeiten einigen können.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Gerald Ullrich setzt sich ebenfalls für mehr Steuervorteile für die Arbeit daheim ein. Derzeit könne nur derjenige seinen Arbeitsplatz zu Hause steuerlich geltend machen, der dafür über ein eigenes Zimmer verfüge. "Dies geht jedoch an der Realität der meisten Arbeitnehmer vorbei", bemängelte Ullrich.

kha/dpa