Finanzämter Einspruch gegen Steuerbescheid häufig erfolgreich

Lohnt es sich überhaupt, sich mit dem Finanzamt um den Steuerbescheid zu streiten? Offenbar ja: Zwei Drittel der Bescheide werden nach einem Einspruch geändert - allerdings sind nicht in allen Fällen die Beamten schuld.

Steuererklärung: Wer bei Finanzamt Einspruch einlegt, bekommt oft Recht
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Steuererklärung: Wer bei Finanzamt Einspruch einlegt, bekommt oft Recht


Wer Einspruch gegen seinen Steuerbescheid einlegt, hat gute Chancen auf Erfolg. Im vergangenen Jahr wurden zwei Drittel der bemängelten Steuerbescheide tatsächlich abgeändert, wie aus aktuellen Zahlen des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Von den 4,23 Millionen erledigten Einsprüchen führten 2,87 Millionen zu einer sogenannten Abhilfe, also einem veränderten Steuerbescheid. Dass bedeutet aber nicht unbedingt, dass das Finanzamt vorher Fehler gemacht hat.

Wenn Steuerzahler vermuten, dass es in ihrem Steuerbescheid Fehler zu ihrem Nachteil gibt, können sie beim Finanzamt Einspruch einlegen. Im vergangenen Jahr gingen laut Bundesfinanzministerium 3,47 Millionen Einsprüche bei den Ämtern ein, gut 18 Prozent weniger als 2013. Mit 4,23 Millionen erledigten die Finanzbeamten etwa gleich viele Fälle wie im Vorjahr. Der Berg der unerledigten Einsprüche schrumpfte im Jahresverlauf entsprechend deutlich - am 1. Januar 2014 waren es 3,91 Millionen, am 31. Dezember noch 2,88 Millionen.

Von den 2014 abgearbeiteten Einsprüchen hatten 67,8 Prozent zumindest teilweise oder vorläufig Erfolg. Daraus kann aber laut Bundesfinanzministerium nicht automatisch geschlossen werden, dass der zuerst verschickte Steuerbescheid fehlerhaft war.

Oft gebe der Steuerpflichtige erst im Einspruchsverfahren überhaupt eine Steuererklärung ab oder reiche neue Belege ein. Beziehe sich der Einspruch auf ein noch anhängiges Mustergerichtsverfahren, dessen Ausgang die Berechnung der zu zahlenden Steuern beeinflussen könnte, könne in den ursprünglichen Steuerbescheid schlicht ein Vorläufigkeitsvermerk eingefügt werden.

Klagen gegen das Finanzamt sind sehr selten

Geht ein Einspruchsverfahren nicht so aus, wie der Steuerzahler sich erhofft hat, kann er gegen das Finanzamt klagen. Dies geschieht aber recht selten. Laut Bundesfinanzministerium gab es im vergangenen Jahr knapp 62.000 Klagen, somit wurden rund 1,5 Prozent der erledigten Einsprüche gerichtlich angegriffen. In gut 19 Prozent der bearbeiteten Fälle nahm der Steuerpflichtige seinen Einspruch zurück.

Unbekannt ist die Quote der Steuerpflichtigen, die sich gegen ihren Bescheid wehren. Denn das Bundesfinanzministerium hat nach eigenen Angaben keine Daten darüber, wie viele "Verwaltungsakte" der Finanzämter pro Jahr verschickt werden.

Aus Sicht des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) sollten die Zahlen aber dazu ermutigen, Steuerbescheide kritisch zu prüfen und gegen enthaltene Fehler vorzugehen. Weiche der Einkommensteuerbescheid zum Nachteil des Betroffenen von der Steuererklärung ab und gebe es dafür keine nachvollziehbare Begründung, sei das bereits Grund genug für einen Einspruch.

ade/AFP/dpa



insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
see_baer 30.07.2015
1. Erfolgreich??????????
Wenn ich die Steuerbescheide mit Kollegen vergleiche kommt mir das eher wie eine Lotterie vor - von Gleichbehandlung bei Werbungskosten kann keine Rede sein.
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