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17. Juni 2019, 15:33 Uhr

GroKo-Einigung

Was das Soli-Ende für Sie persönlich bedeutet

Nun ist klar: Der Solidaritätszuschlag soll wegfallen - aber nur für die unteren 90 Prozent der Steuerzahler. Gehören Sie dazu? Und wie viel Geld sparen Sie dadurch? Dieser interaktive Rechner zeigt es.

Eigentlich hatten sich Union und SPD ja schon im März 2018 geeinigt: Der Solidaritätszuschlag soll für die unteren 90 Prozent der Steuerzahler wegfallen. So steht es im Koalitionsvertrag. Dennoch schien das Vorhaben zuletzt alles andere als gesichert. Teile der Union forderten, den Soli komplett zu streichen, also auch für die obersten zehn Prozent.

Nun ist klar, dass es erst einmal beim vereinbarten Abbau für die unteren 90 Prozent bleiben soll. Und seit vergangener Nacht gibt es auch einen Zeitplan: Bis Ende August soll die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorlegen, so der Auftrag der Koalitionsspitzen. Wirksam werden soll die Befreiung vom Soli für den Großteil der Zahler dann ab 2021.

Für Steuerzahler stellen sich nun Fragen: Gehöre ich zu den unteren 90 oder doch zu den obersten 10 Prozent? Wird mir also der Solidaritätszuschlag künftig erlassen oder nicht? Und wenn ja, wie viel Geld steht mir dadurch mehr zur Verfügung?

Hier ist ein Steuerrechner des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hilfreich, der im November vergangenen Jahres veröffentlicht wurde. Er bildet die Gesetzeslage mit Stand 2018 ab - er liefert also keine exakten Werte für die Situation in diesem Jahr oder gar für 2021. So ist etwa in diesem Jahr der Grundfreibetrag um 168 Euro gestiegen, im kommenden Jahr wird er um weitere 240 Euro erhöht. Zudem wird der Tarifverlauf jedes Jahr angehoben, um die Inflation auszugleichen - derzeit um knapp zwei Prozent jährlich.

Dennoch eignet sich der Steuerrechner, um die Größenordnung der Steuerentlastung durch den Soli-Abbau abschätzen zu können - und zu prüfen, ob man überhaupt davon profitiert.

Geben Sie in den IW-Rechner dazu das eigene Bruttojahreseinkommen ein sowie Ihren Familienstand. Wählen Sie dann zunächst das Szenario "mit Soli", um die Steuerlast nach derzeitigem Recht abzulesen. Wählen Sie danach das Szenario "ohne Soli (für 90 Prozent)" und vergleichen Sie die Steuerlast. Tipp: Aktivieren Sie die Auswahl "Solidaritätszuschlag anzeigen" rechts unterhalb des Rechners.

Für den Rechner hat IW-Wissenschaftler Martin Beznoska Mikrodaten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) aufbereitet, einer repräsentativen Langzeitbefragung von Haushalten. Anhand des Einkommensteuertarifs für 2018 berechnete er die Steuerschuld für Ledige sowie Verheiratete mit und ohne Kinder.

Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

fdi

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