Baby-Milchpulver Stiftung Warentest findet Schadstoffe

Säuglingsnahrung enthält oft schädliche Substanzen, zeigt eine Analyse der Stiftung Warentest. Die Schadstoffe in Babymilch überschreiten keine Höchstgrenzen, sind aus Sicht der Tester aber vermeidbar.

Säuglinge auf der Wochenstation
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Säuglinge auf der Wochenstation


Bei kaum einem anderen Nahrungsmittel achten Verbraucher mehr auf gesunde Inhaltsstoffe als bei Baby-Mahlzeiten. Sicher jedoch können sie selbst bei Anfangsmilch für Babys nicht sein, die Säuglinge in den ersten Lebensmonaten erhalten. Sie enthält oft Schadstoffe, wie eine Analyse der Stiftung Warentest zeigt. Die Tester haben 15 Milchpulver ins Labor geschickt. Resultat: Bei sieben werteten sie die Produkte wegen schädlicher Substanzen ab. Insgesamt bekamen 8 Produkte die Note "gut", 6 ein "befriedigend", und 1 fiel mit "mangelhaft" durch.

Immerhin: An der Zusammensetzung der Fertigmilchprodukte hatten die Tester nichts auszusetzen. Ernährungsphysiologisch schnitten alle Produkte gut ab, so Stiftung Warentest. Krankmachende Keime, bis Kürzlich ein großes Thema für die Babynahrungshersteller, fanden die Prüfer ebenfalls nicht. Als Sieger ging "Milasan Pre" aus dem Test. Gut schnitten auch "Beba Pro Pre" sowie "Aptamil Anfangsmilch Pre" ab.

Die Anfangsmilch einer Drogeriekette erhielt allerdings die Note "mangelhaft", weil sie im Test eine bedenkliche Menge an Glycidyl-Estern aufwies. Daraus wird bei der Verdauung das wahrscheinlich krebserregende Glycidol. Eine gesetzliche Höchstgrenze gibt es für Glycidyl-Ester noch nicht. Trotzdem seien solche Mengen vermeidbar, urteilten die Warentester.

In zwei weiteren Produkten fanden sich vermeidbare Mengen an 3-MCPD-Estern, die sich ebenfalls beim Verdauen in eine möglicherweise krebserregende Substanz verwandeln können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schätzt das Krebsrisiko durch 3-MCPD-Ester aber geringer ein als durch Glycidyl-Ester. Deshalb reichte es im Testurteil noch für das Urteil "befriedigend". Dennoch seien beide Stoffe bedenklich, sagte Warentest-Projektleiter Jochen Wettach. "Leider sind diese gegenwärtig noch nicht vollständig vermeidbar; sie lassen sich jedoch immerhin minimieren. Hier hat es in den vergangenen Jahren Fortschritte gegeben."

In zwei anderen Produkten wurde Chlorat gefunden. Es kann etwa über Desinfektionsmittel, die Molkereien verwenden, ins Produkt kommen und die Jodaufnahme in der Schilddrüse hemmen. Der gesetzlich vorgegebene Höchstgehalt wurde aber nicht überschritten, deshalb gab es auch hier noch ein "befriedigend".

Leidet ein Elternteil unter einer Allergie, empfiehlt sich für Babys HA-Milch. HA steht für hypoallergen. Die enthaltenen Eiweiße sind bei diesen Produkten aufgespalten, was Allergien vorbeugen soll. Stiftung Warentest hat vier Produkte geprüft: "Beba HA Pre" und "Bebivita Pre HA" schnitten hier am besten ab. In einem Produkt fanden die Tester Chlorat, in einem anderen wiederum 3-MCPD-Ester. Beide bekamen aber noch die Note "befriedigend".

kig/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
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ptb29 23.06.2016
1. Es gäbe da ja noch Muttermilch
In diesem Allergie- und Umweltgifthype frage ich mich, wie ich überhaupt das 3. Lebensjahr überstanden habe. Kaum nachweisbare Bestandteile werden hier zum Hochrisiko eingestuft.
unisicht 23.06.2016
2.
Was ist wohl sauberer, das Milchpulver oder die Luft?
flitzblitz 23.06.2016
3. @1 aber lesen können sie?
ich hab keine Ahnung was ihr Problem ist. ich konnte ihre Behauptung im Text nicht wieder finden.aber hauptsache mal aufgeregt...
Sabin Chen 23.06.2016
4. klares Nein
sowas kommt bei mir in keinen Babymagen rein...Muttermilch ist doch super abgestimmt auf genau das, was Baby gerade fehlt. Nur würde ich mich freuen, wenn auch hier mal getestet würde, was so drin ist, nachdem Mama sich ein Feriggericht reingeschoben hat.
spiegelleser987 23.06.2016
5.
Zitat von ptb29In diesem Allergie- und Umweltgifthype frage ich mich, wie ich überhaupt das 3. Lebensjahr überstanden habe. Kaum nachweisbare Bestandteile werden hier zum Hochrisiko eingestuft.
Bei richtiger Muttermilch sind noch Formaldehyd und Dioxine drin. Die Mutter sollte auch die vegeatrische Ernährung einschränken und lieber echte Butter essen. Man sollte auch lieber mit Schweinefett und wasserfreier Butter braten, niemals mit Palmöl. Dieses Zeug ist auch in Magarine drin und damit verzehrt man das hier kritisierte Glycidol.
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