Stiftung Warentest Das sind die besten Krankenhaus-Zusatzversicherungen

Von Einzelzimmer bis Chefarztbehandlung: Wer als gesetzlich Versicherter im Krankenhaus wie ein Privatpatient betreut werden will, kann eine Zusatzpolice abschließen. Doch welcher Tarif lohnt sich?
Zweibettzimmer in einer Privatklinik

Zweibettzimmer in einer Privatklinik

Foto: Sven Simon/ imago images

Rund 20 Millionen Menschen werden jährlich stationär in deutschen Krankenhäusern versorgt. Im Durchschnitt bleiben sie etwa eine Woche in der Klinik. Privatpatienten haben dabei Vorteile: Während sich Kassenpatienten oft mit mehreren ein Zimmer teilen, werden sie auch ohne medizinische Notwendigkeit in einem Ein- oder Zweibettzimmer untergebracht. Die Chefärztin kommt bei gesetzlich Versicherten nur selten vorbei. Die Klinik selbst auszuwählen, ist ohne Aufpreis häufig nicht möglich.

Um ebenso komfortabel untergebracht und behandelt zu werden wie privat Versicherte, schließen viele Kassenpatienten eine Krankenhaus-Zusatzversicherung ab. Die Zeitschrift "Finanztest" der Stiftung Warentest hat 61 solcher Policen untersucht - 37 Tarife für Einbettzimmer und 24 für Zweibettzimmer. In beiden Kategorien gibt es je einen Testsieger, der mit "sehr gut" bewertet wurde, sowie mehrere "gute" Angebote. Bei den Einbettzimmertarifen erhielt jedoch eine Police die Note "mangelhaft". Die kompletten Testergebnisse finden Sie hier .

Debeka und Arag vorne

Bei den Einbettzimmern mit Chefarztbehandlung schnitt die Debeka mit ihrem Tarif WKplus am besten ab (Qualitätsurteil "sehr gut", Note 0,9). Bei den Zweibettzimmern mit Chefarztbehandlung erzielte die Arag mit dem Tarif 262 das Qualitätsurteil "sehr gut" (Note 1,2). Das Qualitätsurteil bewertet zu 80 Prozent das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis der Verträge und zu 20 Prozent die Beitragsentwicklung der vergangenen sieben Jahre.

Mit "gut" bewertet wurden bei den Einbettzimmern die Alte Oldenburger (Tarif K50+K/S), Provinzial Hannover (KHUu+KHPu), Huk-Coburg (SZ), Axa (Komfort-U), VRK (SW) sowie HanseMerkur (PSG). Bei den Zweibettzimmern erhielten Continentale (Tarif SG2), Concordia (SZ2 sowie SZ2+SZ Plus) sowie der Münchener Verein (835) dieses Qualitätsurteil.

Die getesteten Policen mussten Mindestanforderungen erfüllen, um offensichtlich schlechte Angebote direkt herauszufiltern. Dazu gehörten unter anderem folgende Leistungen: Chefarztbehandlung mit Übernahme der Arzthonorare bis mindestens zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte, Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer sowie freie Klinikwahl.

Die Modellkunden, mit denen die Tarife getestet wurden, waren 43 Jahre alt und gesund - die Tester schreiben, dass Menschen sich ungefähr in diesem Alter erstmals für das Thema interessierten. Die Tarife sind nach Art einer Lebensversicherung angelegt. Das heißt, dass die Versicherer Altersrückstellungen bilden, weshalb der Beitrag nicht mit den Lebensjahren steigt.

Alter und Vorerkrankungen beachten

Das Alter bei Vertragsschluss spielt jedoch sehr wohl eine Rolle: Die Tester empfehlen, eine solche Zusatzversicherung mit spätestens Mitte 40 abzuschließen, weil die Beiträge sonst deutlich steigen. Darüber hinaus können Vorerkrankungen die Risikozuschläge erhöhen oder sogar einen Vertragsabschluss unmöglich machen. Das Geschlecht ist für die Ermittlung der Beiträge hingegen unerheblich.

Die getesteten Einbettzimmertarife kosteten zwischen 39 und 75 Euro im Monat, Zweibettzimmerpolicen gab es ab 36 Euro, die teuerste lag bei 49 Euro.

Geld sollten Versicherungsnehmer dennoch vorhalten: Denn wenn sie im Fall eines Krankenhausaufenthalts eine Leistung der Zusatzversicherung in Anspruch nehmen wollen, müssen sie zunächst selbst zahlen und die Rechnungen dann einreichen. Interessierte sollten deshalb darauf achten, ob die gewählte Zusatzversicherung Leistungseinschränkungen hat.

Aus Angst vor einer Covid-19-Ansteckung lohnt sich eine Krankenhaus-Zusatzversicherung den Testern zufolge übrigens meist nicht. Coronavirus-Patienten lägen auf speziellen Isolierstationen, auf denen es in der Regel ohnehin nur Ein- oder Zweibettzimmer gäbe, schreiben die Experten. Auf Intensivstationen werde erst gar nicht zwischen gesetzlich und privat Versicherten unterschieden.

kko