Stiftung Warentest Nur jedes zweite Hackfleisch ist gut

Hackfleisch enthält oft gesundheitsgefährdende Keime, manchmal sogar Salmonellen. Bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest schnitt nur knapp die Hälfte der Produkte "gut" ab. Am unbedenklichsten war Bio-Ware.
Rind aus dem Fleischwolf: Hackfleisch ist häufig mit Keimen belastet

Rind aus dem Fleischwolf: Hackfleisch ist häufig mit Keimen belastet

Foto: Patrick Pleul/ dpa

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Berlin - Nur zehn von insgesamt 21 Hackfleischprodukten haben bei einem Test der Stiftung Warentest gut abgeschnitten. Am besten schnitt ein Produkt von der Supermarkt-Bedientheke ab, nur knapp dahinter landete ein abgepacktes Bio-Hackfleisch zum Preis von zwölf Euro je Kilogramm, wie aus dem neuen "Test"-Heft hervorgeht. Zehn Produkte erhielten dabei das Urteil "gut", sechs "befriedigend", fünf Produkte bekamen von den Testern allerdings nur ein "ausreichend", berichtet die Zeitschrift "Test" in ihrer Februarausgabe.

Besonders unangenehm sind die vielen Keime: In etwa jeder zweiten Probe fanden die Tester potenziell krankmachende E.coli-Bakterien und zum Teil auch antibiotikaresistente Keime. Im Hackfleisch der Firma Gut Bartenhof von der Discounter-Kette Norma wiesen die Experten der Stiftung Warentest sogar Salmonellen nach.

Verbraucher sollten Hackfleisch deshalb immer gut durchbraten: Mindestens zwei Minuten bei mindestens 70 Grad - das tötet Keime ab. Insgesamt wurden im aktuellen Test 21 gemischte Hackfleisch-Produkte überprüft, fünf tagesfrische von der Theke und 16 abgepackte.

Die meisten Bio-Mischungen von Gehacktem aus Rind- und Schweinefleisch schnitten bei dem Test gut ab. Im Schnitt waren Geschmack, Geruch, Mundgefühl und Fleischqualität bei der tagesfrischen Ware, die noch am gleichen Tag gegessen werden sollte, besser, wie es im "Test"-Magazin heißt. Hingegen seien in den haltbaren Hackfleischpackungen durchschnittlich weniger Keime gefunden worden als im frisch zubereiteten Hack. Pferdefleisch oder Fleisch von Esel und Känguru konnten die Tester in keiner Probe nachweisen.

Steht auf der Packung der Hinweis "Nur durchgegart verzehren" oder "Nicht zum Rohverzehr geeignet", sollten Verbraucher den Rat in jedem Fall befolgen. Alina Reichardt von der Stiftung Warentest rät generell davon ab, Hackfleisch roh zu essen - etwa als Mettbrötchen. "Das kann eben besonders für Immungeschwächte, kleine Kinder, Senioren, Schwangere ziemlich riskant werden."

Wichtig sei, sich Gedanken zu machen, wie man das Fleisch behandelt: Dazu gehört unter anderem, die Kühlkette einzuhalten, Geschirr, Besteck und Hände immer vor und nach der Verarbeitung von rohem Fleisch zu waschen, das Fleisch nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt zu bringen - und es gut durchzubraten. "Dann ist man in der Regel eigentlich keinem Risiko ausgesetzt", so Reichardt.

Zusammengefasst: Laut "Test" sind in vielen Hackfleischprodukten Keime und Bakterien. Bio-Produkte schneiden verhältnismäßig gut ab, alles sollte gut durchgebraten werden.

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nck/AFP/dpa
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