Stiftung Warentest Grillgenuss aus dem Baumarkt

Der Frühling ist da, die Grillsaison hat begonnen. Doch welches Gerät ist das beste? Die Stiftung Warentest hat zwölf Gasgrills untersucht - ein Modell schnitt dabei überraschend gut ab.

Gasgrills werden schnell und präzise heiß (Symbolbild)
Karl-Josef Hildenbrand / DPA

Gasgrills werden schnell und präzise heiß (Symbolbild)


Ob Steaks, Dorade oder doch lieber Zucchini und Aubergine: Grillen ist in Deutschland extrem beliebt. In Kursen können Hobbygrillmeister lernen, wie scharfes Anbraten von Steaks oder sanftes Garen von Fisch besonders gut gelingt. Die Grundlage dafür ist ein tauglicher Grill - und hier hat die Stiftung Warentest einige Qualitätsunterschiede festgestellt.

Im Test wurden zwölf Gasgrills untersucht, darunter acht Grillwagen für die Terrasse und vier tragbare Geräte. Insgesamt wurden fünf mit der Note "gut" bewertet, alle anderen waren lediglich "befriedigend". Getestet wurden Sicherheit, Handhabung und Haltbarkeit der Grills. Im Praxistest mussten sich die Grills bei der Bräunung von Steak, Bauchspeck und Lachsfilet beweisen.

Die Grillwagen verfügen jeweils über drei getrennt regelbare Brenner, die für verschiedene Temperaturzonen auf dem Rost sorgen sollen. Mit ihrer Größe können sie eine "Gartenparty gut bewältigen oder eine hungrige Großfamilie versorgen", schreiben die Tester.

Preis-Leistungs-Sieger ist eine Eigenmarke aus dem Baumarkt: Die Toom Grillküche (Note 2,4) heizt schnell auf und verfügt über eine gute Temperaturregelung, ist aber anfälliger für Rost als die gleich benotete Konkurrenz. Als einziger der vier für "gut" befundenen Grillwagen liefert das Produkt von Toom mit offener Haube bessere Ergebnisse als mit geschlossener.

Bei den Tragbaren überzeugt der Markengrill

Mit 250 Euro ist Tooms Grillküche etwas günstiger als der Gesamtsieger Landmann Rexon PTS 3.0 (ebenfalls Note 2,4), der 299 Euro kostet. Dieser überzeugte beim Grillen und bei der Sicherheit - er bietet den besten Schutz vor Verbrennungen unter den getesteten Geräten -, ist aber laut dem Urteil der Tester komplizierter aufzubauen und zu bedienen.

Ebenfalls mit der Note 2,4 bewertet wurde der Weber Spirit II, der mit 575 Euro deutlich mehr kostet als die beiden besserplatzierten. Der Markengrill liefert den Testern zufolge eines der besten Ergebnisse bei Steaks und lässt sich leicht bedienen, ist aber mit 39 Kilogramm gleich 10 Kilogramm schwerer als die Grills von Toom und Landmann.

Auf dem vierten Platz folgt der Broil King Royal 320 (Note 2,5). Dieser grillt zwar immer noch ähnlich solide wie der Weber-Grill und ist leicht zu bedienen. Seine Haube wird aber relativ heiß und die Innenflächen sind vergleichsweise schlecht zu reinigen.

Bei den vier getesteten tragbaren Grills überzeugte nur ein Markenprodukt: Der Weber Q 1200 ist mit 290 Euro der teuerste Testgrill dieser Klasse, erhielt aber mit einer 2,2 die beste Note. Neben einem guten Grillergebnis loben die Tester die einfache Handhabung und die Beständigkeit gegen Rost. Im Vergleich zu den besten Grillwagen heizt er aber langsamer auf und die Temperatur lässt sich weniger gut regeln. Er verfügt auch nur über einen statt drei Brenner. Unter den Tragbaren bräunt der Weber Q 1200 laut Stiftung Warentest jedoch am gleichmäßigsten.

Die kompletten Testergebnisse finden Sie hier.

Gas oder Kohle?

Ein Nachteil von allen Gasgrills im Vergleich zu Holzkohlegrills ist den Testern zufolge, dass sie kein typisches Raucharoma erzeugen können. Hierfür werden Räuchersticks benötigt. Auch müssten die Geräte zu zweit aufgebaut werden, das dauert in der Regel mindestens eine Stunde. Dafür sind Gasgrills langfristig günstiger als Kohlemodelle und heizen schneller auf: Im Test schafften es die Geräte innerhalb von drei bis elf Minuten auf 250 Grad Celsius. Bei einem Kohlegrill ist eine Temperatur von 200 Grad erst nach etwa einer halben Stunde erreicht.

Außerdem lässt sich die Temperatur von Gasgrills präziser steuern. Durch die drei Brenner bei den getesteten Grillwagen können sogar verschiedene Temperaturzonen erzeugt werden, sodass Fisch beispielsweise auf einer Warmhalteplatte langsam gegart werden kann, während daneben eine Bratwurst brutzelt. Sie erzeugen auch weniger Rauch als Kohlegrills und keinen Aschestaub.

Preiswerter, schneller und sicherer als Gasgrills seien nur Elektrogrills, schreiben die Tester - doch am See oder im Park fehlt häufig die Steckdose für den Betrieb.

Im Video: Pimp my Grill - Freunde, Feuer, Fleisch

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kko

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