Streit im Opec-Kartell Ölpreis steigt auf höchsten Stand seit 2014

Vor einem Jahr noch war Rohöl billig zu haben – nun kostet das Barrel wieder so viel wie seit sieben Jahren nicht. Grund dafür ist auch ein Zerwürfnis zwischen den Ölförderländern.
Symbolbild: Ölförderung

Symbolbild: Ölförderung

Foto: Angus Mordant / REUTERS

Der Ölpreis ist auf den höchsten Stand seit fast sieben Jahren gestiegen, weil sich die großen Ölförderländer nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen können. Am Handelsplatz London kostete ein Barrel (159 Liter) Öl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August am Dienstag 76,98 Dollar. Umgerechnet sind das knapp 65 Euro und so viel wie zuletzt im November 2014.

Der Anstieg der Ölpreise ist auch deshalb bemerkenswert, weil der Rohstoff noch vor einem Jahr im Zuge der Pandemie fast verramscht wurde. Im April 2020 wurden zwischenzeitlich sogar negative Preise aufgerufen: Wer damals ein Fass Leichtöl der US-Sorte WTI loswerden wollte, der musste kurzzeitig 40 Dollar draufzahlen.

Das ist lange vorbei. Die wirtschaftliche Erholung von der Pandemie hat den Ölpreis zuletzt wieder deutlich in die Höhe getrieben. Aktuell hat die Verteuerung aber noch einen anderen, einen politischen Grund: Das Opec-Kartell zahlreicher Ölförderländer kann sich bislang nicht auf neue Förderquoten einigen. Die Verhandlungen zwischen Opec und Partnerstaaten wie Russland über eine leichte Produktionssteigerung wurden am Montag abgebrochen, ohne einen neuen Termin festzusetzen.

Benzin wird auch teurer

Die Ölförderländer hatten seit vergangenem Donnerstag vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage nach Öl und wachsender Inflationssorgen über eine mögliche Ausweitung der Fördermenge ab August beraten. Widerspruch der Vereinigten Arabischen Emirate verhinderte eine Einigung.

Zur Opec gehören unter anderem Saudi-Arabien, der Irak und der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Nigeria. Zu den Partnerländern der Opec zählen neben Russland auch Kasachstan und Mexiko. Zusammen mit den Partnerländern wird die Gruppe als Opec+ bezeichnet. Analystinnen und Analysten zufolge steht die Einheit der Allianz auf dem Spiel; bei einem Bruch drohe ein heftiger Preiskrieg.

Die Entwicklungen auf dem Rohstoffmarkt sind neben der Einführung des CO2-Preises einer der Gründe, warum Autokraftstoffe in diesem Jahr deutlich teurer geworden sind. Laut ADAC kostete Super E10 am Montag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,54 Euro pro Liter, beim Diesel sind es 1,38 Euro.

beb/AFP
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