Umfrage Deutsche klagen über mehr Stress im Job

Termin- und Leistungsdruck, dauernde Unterbrechungen und Wochenendarbeit: Fast die Hälfte der Deutschen klagt einer Umfrage zufolge über wachsenden Stress am Arbeitsplatz. Jeder Vierte verzichtet sogar auf Pausen.
Büroarbeit: Fast jeder Zweite klagt über ständige Unterbrechungen

Büroarbeit: Fast jeder Zweite klagt über ständige Unterbrechungen

Foto: Corbis

Berlin - 43 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland sind überzeugt, dass die Belastungen im Job in den vergangenen zwei Jahren zugenommen haben. Das geht aus dem "Stressreport Deutschland 2012" hervor, über den die "Bild"-Zeitung berichtet. Für die Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin seien bundesweit mehr als 17.000 Arbeitnehmer befragt worden - unter anderem zu psychischen Anforderungen, Belastungen und Stressfolgen ihres Arbeitsalltags.

Demnach arbeitet jeder zweite Befragte unter starkem Termin- und Leistungsdruck. Knapp 60 Prozent der Befragten gaben an, verschiedene Aufgaben gleichzeitig betreuen zu müssen. Fast jeder Zweite wird bei der Arbeit ständig unterbrochen - etwa durch Telefonate und E-Mails. Weil Ruhepausen nicht in den Arbeitsablauf passen oder sie nach eigenem Bekunden zu viel Arbeit haben, verzichtet jeder Vierte auf eine Pause. Insgesamt 64 Prozent arbeiten auch samstags, 38 Prozent an Sonn- und Feiertagen.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) appellierte an die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen. Sie sagte der "Bild"-Zeitung: "Stress bei der Arbeit kann vorkommen, aber nicht dauerhaft. Und er darf auch nicht krank machen." Der Stressreport zeige, wo die Probleme besonders groß seien, aber auch, was man dagegen tun kann. Sie wolle "dem chronischen Stress den Kampf ansagen" und erwarte, dass die Betriebe mitziehen.

Die Studie bringt der Zeitung zufolge aber auch positive Aspekte zutage: So können sich mehr als 80 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland auf gute Zusammenarbeit mit Kollegen verlassen. Man helfe sich gegenseitig im Job. Die überwiegende Mehrheit (96 Prozent) sieht sich nicht durch eine Entlassung bedroht. Drei Viertel fühlen sich den Anforderungen ihres Jobs gewachsen, sowohl fachlich als auch beim Umfang der Arbeit.

cte/dpa
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