Rekord Ein Drittel des deutschen Stroms ist öko

In Deutschland wird ein immer größerer Teil des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt. Im abgelaufenen Jahr stieg der Anteil auf 32,5 Prozent. Grund ist vor allem die Stärke der Windkraft.
Windräder im Schwarzwald: So viel Ökostrom wie noch nie

Windräder im Schwarzwald: So viel Ökostrom wie noch nie

Foto: Rolf Haid/ dpa

Der Anteil von Ökostrom im deutschen Stromnetz ist 2015 auf ein neues Rekordhoch geklettert. Fast jede dritte Kilowattstunde (32,5 Prozent), die in Deutschland verbraucht wurde, stammte aus Wind-, Solar-, Wasser- oder Bioenergiekraftwerken, wie aus einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Studie der Denkfabrik Agora hervorgeht. 2014 lag der Ökostromanteil noch bei 27,3 Prozent.

Mit dem Zuwachs ist Deutschland auf bestem Weg das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel für den Anteil von Ökostrom zu erreichen. Bis 2025 sollen demnach 40 bis 45 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen.

Für den starken Zuwachs hat vor allem die Windenergie gesorgt. Sie nahm im Vorjahresvergleich um 50 Prozent zu. Auch die Stromproduktion insgesamt habe 2015 mit 647 Terawattstunden ein neues Allzeithoch erreicht. Dies liegt vor allem an den Kohlekraftwerken, die ihre Stromproduktion trotz der gestiegenen Anteile erneuerbarer Energien kaum gedrosselt haben.

Ein Zehntel der deutschen Stromproduktion wurde im vergangenen Jahr ins Ausland exportiert - ebenfalls ein neuer Rekordwert. Deutschland habe "Strom im Überfluss", sagte Agora-Direktor Patrick Graichen. Die Kehrseite davon sei aber, dass der von den erneuerbaren Energien im Inland "überflüssig gemachte Kohlestrom" jetzt ins Ausland fließe.

Die Umweltorganisation Greenpeace warnte, sich von den guten Zahlen nicht täuschen zu lassen. Der Rekordanteil der erneuerbaren Energien basiere auf dem hohen Zubau im Jahr 2014. Seither habe die "unambitionierte Energiepolitik der Bundesregierung mit viel zu niedrigen Zubauzielen die Dynamik der Energiewende ausgebremst".

Nach Einschätzung des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) wird der Ausbau der Windkraftanlagen in Deutschland 2015 deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen. Bis September 2015 wurden demnach 675 Anlagen mit einer Leistung von 1821 Megawatt gebaut; im gesamten Jahresverlauf 2014 wurden dagegen neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 4750 Watt errichtet.

Bei Photovoltaik ging der Ausbau neuer Anlagen bereits 2014 im Vergleich zum Vorjahr stark zurück; ähnlich war es bei Biomasse-Kraftwerken.

stk/AFP