Amtliche Statistik Strom wird in Coronakrise fast sieben Prozent teurer

Die Arbeit im Homeoffice treibt den privaten Stromverbrauch, und ausgerechnet der Preis für Elektrizität ist im ersten Halbjahr dieses Jahres deutlich teurer geworden. Auch die Gaspreise zogen an.
Im Schnitt werden 31,94 Cent je Kilowattstunde Strom fällig

Im Schnitt werden 31,94 Cent je Kilowattstunde Strom fällig

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Jens Kalaene/ picture alliance / dpa

Die Strompreise in Deutschland zählen auch bei Berücksichtigung der Kaufkraft zu den weltweit höchsten, Netz­ent­gel­te und die EEG-Um­la­ge machen sie besonders teuer. Nun sind die Preise in der Coronakrise abermals stark gestiegen. Da viele Menschen wegen der Pandemie mehr Zeit zu Hause verbringen oder gar im Homeoffice arbeiten, dürfte der Anstieg besonders spürbar sein.

Eine Kilowattstunde Strom verteuerte sich laut Statistischem Bundesamt um 6,8 Prozent im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2019. Der Preis lag damit bei durchschnittlich 31,94 Cent, wie die Behörde mitteilte .

"Abhängig von ihrem Jahresverbrauch zahlten die privaten Haushalte sehr unterschiedliche Strompreise", heißt es. Bei einem Jahresverbrauch von weniger als 1000 Kilowattstunden kostete Strom durchschnittlich 47,52 Cent, ab 15.000 Kilowattstunden hingegen nur 25,79 Cent.

Mehrwertsteuersenkung verhindert höheren Anstieg

Aufgrund einer Sonderregelung können die Energieversorger den als Maßnahme des Corona-Konjunkturpakets der Bundesregierung gesenkten Mehrwertsteuersatz bereits auf das erste Halbjahr anwenden. Davon dürften etwa 13 Prozent der privaten Haushalte rückwirkend profitieren. Zudem hat die Regierung zuletzt auch die EEG-Umlage, die den Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert und die die Stromkunden zahlen müssen, vorerst gedeckelt.

"Höhere Netzentgelte und höhere Kosten für Energie und Vertrieb sorgten dennoch für höhere Preise", schreiben die Statistiker. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2019 stieg der Strompreis bei einem Jahresverbrauch von weniger als 1000 Kilowattstunden um 4,0 Prozent, ab 15.000 Kilowattstunden um 8,8 Prozent.

Auch die Preise für Erdgas zogen merklich an. Je Kilowattstunde wurden 5,99 Cent fällig - und damit 2,7 Prozent mehr. Wie die Strompreise unterschieden sich jedoch auch die Erdgaspreise je nach Jahresverbrauch deutlich: Ein Haushalt mit weniger als 20 Gigajoule Jahresverbrauch zahlte im Schnitt 8,29 Cent je Kilowattstunde, ab 200 Gigajoule waren es lediglich 5,37 Cent.

Von der Mehrwertsteuersenkung dürften beim Erdgas etwa acht Prozent der Privathaushalte bereits im ersten Halbjahr 2020 profitieren.

apr/Reuters
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