»Extreme Preisanstiege« Strom- und Gastarife deutlich teurer als 2021

Eine steigende Nachfrage treibt die Preise für Energie weiter in die Höhe. Ein Vergleich zeigt nun: Strom ist mehr als zwölf Prozent, Gas mehr als 72 Prozent teurer als vor einem Jahr.
Gasflamme auf einem Herd: Steigende Energiepreise

Gasflamme auf einem Herd: Steigende Energiepreise

Foto: Angelika Warmuth / picture alliance / dpa

Seit Monaten explodieren die Energiekosten, massive Preiserhöhungen bei Strom und Gas machen Kunden in ganz Deutschland zu schaffen. Ein Vergleich zum Vorjahr zeigt nun das ganze Ausmaß des Problems.

Wer im Januar einen neuen Stromtarif wählt, zahlt im Schnitt 12,5 Prozent mehr als im Jahresmittel 2021. Der Durchschnitt der aktuell verfügbaren Stromtarife für Haushaltskunden mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch liege bei 36,19 Cent pro Kilowattstunde, berichtete der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Zum Vergleich: 2021 lag das Mittel bei 32,16 Cent, 2020 bei 31,81 Cent.

Gaspreise steigen noch stärker

Wer aktuell einen neuen Gastarif abschließt, zahlt bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Schnitt 12,21 Cent je Kilowattstunde und damit ganze 72,9 Prozent mehr als im Jahresmittel 2021. Damals lag das Mittel bei 7,06 Cent, 2020 bei 5,97 Cent. Knapp die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt.

Als Grund für die Steigerungen bei Strom und Gas gab der Branchenverband höhere Beschaffungskosten an. So seien die Preise auf dem Terminmarkt für Strom, auf dem die Versorger langfristig Strom einkauften, wegen einer steigenden Energienachfrage zwischen Januar und Dezember 2021 um mehr als 300 Prozent gestiegen. Am Terminmarkt für Gas hätten sich die Preise in diesem Zeitraum sogar mehr als verfünffacht.

»Diese extremen Preisanstiege an den Strombörsen müssen die Energieversorger in ihrer Preiskalkulation berücksichtigen«, sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae – und forderte eine Entlastung der Haushalte durch den Staat. Insbesondere die Steuer- und Abgabenlast auf Energie müssten reduziert werden.

rai/dpa
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