Zweigeteilter Energiemarkt Süddeutschen drohen höhere Strompreise

Horst Seehofer sperrt sich gegen neue Stromtrassen, nach SPIEGEL-Informationen hat das dramatische Folgen: Der deutsche Energiemarkt zerfällt in ein Nord- und ein Südsegment - mit höheren Preisen in Bayern und Baden-Württemberg.
Strommasten und Windräder: Höhere Preise möglich

Strommasten und Windräder: Höhere Preise möglich

Foto: Patrick Pleul/ DPA

Hamburg - Verbrauchern in Bayern und Baden-Württemberg drohen bis zu zehn Prozent höhere Strompreise an der Börse als im Norden der Republik. Dies geht nach SPIEGEL-Informationen aus einer Studie im Auftrag der EU-Kommission hervor. (Lesen Sie die komplette Meldung hier im aktuellen SPIEGEL.)

In der Studie untersuchen norwegische Strommarktexperten, welche Auswirkung eine Teilung des deutschen Elektrizitätsmarkts in eine nördliche und eine südliche Preiszone haben würde. Zu dieser Trennung wird die EU-Kommission Deutschland womöglich drängen, wenn die beiden geplanten Hochspannungsleitungen, die Windstrom vom Norden in den Süden leiten sollen, nicht gebaut werden.

Grund für die möglichen höheren Preise in einer süddeutschen Zone: Versorgungsengpässe insbesondere in Bayern verursachen schon heute Kosten in dreistelliger Millionenhöhe, die bislang Stromkunden bundesweit mittragen. Diese Situation wird sich durch die Abschaltung von drei bayerischen Atomkraftwerken bis zum Jahr 2022 verschärfen.

Dennoch hatte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer vor Kurzem den Bau neuer Stromtrassen generell infrage gestellt. Die Netzbetreiber würden diese aus reinen Profitgründen bauen wollen, sagte der bayerische CSU-Regierungschef. Als Alternative will Seehofer Bayern durch Gaskraftwerke unabhängig von Stromleitungen machen.

fdi
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