Grundversorgertarife So stark steigen die Strompreise in Ihrem Viertel

Jeder zweite Grundversorger erhöht im neuen Jahr die Preise. Ob Ihr Viertel betroffen ist und wenn ja wie stark, können Sie in unserer interaktiven Tabelle prüfen.
Strommasten bei Ebenhofen

Strommasten bei Ebenhofen

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ dpa

Verbraucher in Deutschland müssen sich 2020 auf deutlich steigende Strompreise einstellen. Zum Jahreswechsel haben 419 örtliche Grundversorger angekündigt, ihre Preise um durchschnittlich 5,5 Prozent zu erhöhen. Das geht aus dem neuen Verbraucheratlas des Vergleichsportals Verivox  hervor, der dem SPIEGEL vorliegt. Weitere Versorger dürften im Jahresverlauf mit Preissteigerungen folgen. Kein einziger hat bislang angekündigt, die Preise zu senken.

In Deutschland beziehen rund 11,2 Millionen Haushalte Strom aus der oft vergleichsweise teuren Grundversorgung. Der Grundversorger ist das Energieunternehmen, das in einem Netzgebiet, die Mehrzahl der Haushaltskunden versorgt. Kunden, die nicht aktiv den Anbieter wechseln, befinden sich stets in der Grundversorgung.

Die geplanten Erhöhungen schwanken von Stadtviertel zu Stadtviertel stark.

  • Die Postleitzahl mit dem größten Anstieg liegt im hessischen Herborn. Wer hier zu den Konditionen der Grundversorgung beliefert wird, muss im kommenden Jahr 15 Prozent mehr für Strom bezahlen.
  • In Stemwede in Nordrhein-Westfalen steigen die Strompreise um 13,5 Prozent.
  • In Bremerhaven, Niedereschach, Königsfeld, Rottweil, Deißlingen, Unterrotenstein, Wildenstein, Dunningen, Zimmern, Dietlingen, Eschbronn und Budenheim sind Strompreiserhöhungen von mindestens zwölf Prozent angekündigt.

In folgender interaktiver Tabelle können Sie nachprüfen, ob in Ihrem Viertel der Grundversorgertarif steigt. Geben Sie dazu einfach Ihre Postleitzahl oder den Namen Ihres Wohnorts in die Suchmaske ein.

"Die Bundesregierung hat den Verbrauchern in Deutschland versprochen, einen weiteren Anstieg der Strompreise zu verhindern. Dennoch wird Strom 2020 so teuer sein wie nie", sagt Valerian Vogel, Energieexperte von Verivox.

Stromkunden müssen die steigenden Preise nicht einfach hinnehmen. Sie können ihr Sonderkündigungsrecht nutzen und mit wenigen Klicks den Anbieter wechseln. Empfehlenswerte Internetportale dafür sind unter anderem finanztip.de, check24.de und verivox.de.

Eine Familie kann ihre Stromrechnung im Schnitt um 218 Euro senken, wenn sie aus der Grundversorgung hin zum günstigsten Tarif mit fairen Bedingungen wechselt.

Mitarbeit: Gernot Matzke