Grundversorgertarife So stark steigen die Strompreise in Ihrem Viertel

Jeder zweite Grundversorger erhöht im neuen Jahr die Preise. Ob Ihr Viertel betroffen ist und wenn ja wie stark, können Sie in unserer interaktiven Tabelle prüfen.

Strommasten bei Ebenhofen
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Strommasten bei Ebenhofen

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Verbraucher in Deutschland müssen sich 2020 auf deutlich steigende Strompreise einstellen. Zum Jahreswechsel haben 419 örtliche Grundversorger angekündigt, ihre Preise um durchschnittlich 5,5 Prozent zu erhöhen. Das geht aus dem neuen Verbraucheratlas des Vergleichsportals Verivox hervor, der dem SPIEGEL vorliegt. Weitere Versorger dürften im Jahresverlauf mit Preissteigerungen folgen. Kein einziger hat bislang angekündigt, die Preise zu senken.

In Deutschland beziehen rund 11,2 Millionen Haushalte Strom aus der oft vergleichsweise teuren Grundversorgung. Der Grundversorger ist das Energieunternehmen, das in einem Netzgebiet, die Mehrzahl der Haushaltskunden versorgt. Kunden, die nicht aktiv den Anbieter wechseln, befinden sich stets in der Grundversorgung.

Die geplanten Erhöhungen schwanken von Stadtviertel zu Stadtviertel stark.

  • Die Postleitzahl mit dem größten Anstieg liegt im hessischen Herborn. Wer hier zu den Konditionen der Grundversorgung beliefert wird, muss im kommenden Jahr 15 Prozent mehr für Strom bezahlen.
  • In Stemwede in Nordrhein-Westfalen steigen die Strompreise um 13,5 Prozent.
  • In Bremerhaven, Niedereschach, Königsfeld, Rottweil, Deißlingen, Unterrotenstein, Wildenstein, Dunningen, Zimmern, Dietlingen, Eschbronn und Budenheim sind Strompreiserhöhungen von mindestens zwölf Prozent angekündigt.

In folgender interaktiver Tabelle können Sie nachprüfen, ob in Ihrem Viertel der Grundversorgertarif steigt. Geben Sie dazu einfach Ihre Postleitzahl oder den Namen Ihres Wohnorts in die Suchmaske ein.

"Die Bundesregierung hat den Verbrauchern in Deutschland versprochen, einen weiteren Anstieg der Strompreise zu verhindern. Dennoch wird Strom 2020 so teuer sein wie nie", sagt Valerian Vogel, Energieexperte von Verivox.

Stromkunden müssen die steigenden Preise nicht einfach hinnehmen. Sie können ihr Sonderkündigungsrecht nutzen und mit wenigen Klicks den Anbieter wechseln. Empfehlenswerte Internetportale dafür sind unter anderem finanztip.de, check24.de und verivox.de.

Eine Familie kann ihre Stromrechnung im Schnitt um 218 Euro senken, wenn sie aus der Grundversorgung hin zum günstigsten Tarif mit fairen Bedingungen wechselt.

Mitarbeit: Gernot Matzke

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insgesamt 122 Beiträge
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Seite 1
darkside63 23.11.2019
1. Tatsächlich ....
...kann man noch einiges mehr sparen, wenn man die PC weglässt und einfach NUR nach dem günstigsten ("unfairen") Stromanbieter sucht. Für die "gute Sache" abgezockt wird man trotzdem immer noch genügend (bspw. EEG) um sein Gewissen ausrechend zu befriedigen ...
f_bauer 23.11.2019
2. Sortierung der Tabelle ist im Eimer
Herborn (35745) hat eine Steigerung von 15%. Sortiert man die Tabelle aber absteigend nach dem Prozentsatz (also vielleicht die interessanteste Sortierung), dann ist der höchste Steigerungswert 9,9%. Die Vermutung liegt nahe, dass die Prozentspalte nicht numerisch sondern alphabetisch sortiert wird. Das wäre schon ultra-amateurhaft.
schlumz 23.11.2019
3.
Jeder zweite Grundversorger verändert seine Preise nicht.
bushmills 23.11.2019
4.
Bei massiven Erhöhungen des Strombezugspreises denke ich jetzt immer an den Fall von BEV: Nach Ankündigung einer deutlicher Erhöhung der Preise wechselten viele Kunde den Versorger. Nicht lange darauf meldete BEV Konkurs an. Möglich, dass die an dreistesten zulangenden Stromanbieter sich hier ebenfalls ins Aus schiessen.
uezegei 23.11.2019
5.
der Rückbau der Kernenergie wird uns noch einige hundert Milliarden kosten, das sind jetzt erst mal nur Peanuts, von einem Endlager, das noch nirgendwo in Sicht ist ganz zu schweigen
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