Erster Tag des Tankrabatts Spritpreise sinken – aber nicht so stark wie möglich

Viele Experten hatten damit gerechnet, dass die Preise für Benzin und Diesel an diesem Mittwoch nur moderat sinken würden – doch sie sind abrupt gefallen. Dennoch kommt der Tankrabatt nicht voll bei den Kunden an.
Tankstelle in München am Mittwoch: Deutlich niedrigere Preise als am Vortag

Tankstelle in München am Mittwoch: Deutlich niedrigere Preise als am Vortag

Foto: Christian Offenberg / IMAGO

Die seit Mitternacht geltende Senkung der Energiesteuer hat sich bis zum frühen Mittwochnachmittag zu großen Teilen bei den Spritpreisen durchgeschlagen. Diesel war zum Stichzeitpunkt 14.20 Uhr um rund elf Cent pro Liter billiger als 24 Stunden zuvor, E10 um rund 28 Cent, teilte der ADAC mit. Dessen Experten rechnen aber vor, dass die Abschläge eigentlich etwas höher sein müssten, wenn die Steuersenkung voll weitergegeben würde.

»Die Senkung heute Morgen ging schneller als erwartet«, sagte ADAC-Experte Christian Laberer. »Das ist schon mal ein guter Schritt in die richtige Richtung. Es fehlt aber noch ein gutes Stück.« Inklusive Mehrwertsteuer beträgt die Entlastung bei Diesel 16,7 Cent pro Liter, bei E10 sind es 35,2 Cent.

Laberer kritisierte, dass die Rückgänge am Vormittag noch größer gewesen seien als am Nachmittag. »Das bewegt sich aus Verbrauchersicht in die falsche Richtung.« Im bundesweiten Durchschnitt kostete E10 am Mittwoch um 14.20 Uhr laut ADAC 1,853 Euro pro Liter, Diesel 1,906 Euro. »Man merkt, dass der Rückgang wieder ein Stück weit abschmilzt.« Dafür gebe es keinen Grund. »Eigentlich müssten ja immer mehr Tankstellen über frisch gelieferten steuervergünstigten Sprit verfügen.«

Von den Tagesdurchschnittswerten des Dienstags aus gerechnet würde eine vollständige Weitergabe der Steuersenkung für E10 laut Laberer Preise von rund 1,80 Euro pro Liter ergeben, bei Diesel etwa 1,87 bis 1,88 Euro. Das werde am Mittwoch wohl noch nicht als Tagesdurchschnittswert erreicht werden. »In den Preisen ist immer noch sehr viel Luft nach unten«, sagte Laberer. Grob geschätzt seien sie rund 20 Cent pro Liter zu hoch, so der ADAC-Experte.

Im Vorfeld war von vielen Experten erwartet worden, dass die Spritpreise am Mittwoch nicht abrupt fallen. Denn die gesenkte Steuer fällt nicht beim Verkauf an der Zapfsäule an, sondern ab Tanklager beziehungsweise Raffinerie. Das bedeutet, dass alle vor Mitternacht gelieferten Vorräte der Tankstellen noch mit dem normalen höheren Steuersatz belastet sind.

Dass die Mehrheit der Tankstellen dennoch bereits am Morgen die Preise kräftig senkte, könnte eine Folge der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit und des damit einhergehenden Wettbewerbsdrucks sein. Entsprechend hoch war die Nachfrage an den Tankstellen. Der Bundesverband freier Tankstellen (bft) berichtete, dass an einzelnen Zapfsäulen Diesel zeitweise ausverkauft gewesen sei. Die Kaufzurückhaltung sei weg: »Die Autofahrer füllen ihren Tank auf für das Pfingstfest«, hieß es.

Laut Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) kam es allerdings zunächst nicht zu einem Ansturm auf die Tankstellen. Auch der Zentralverband des Tankstellengewerbes (ZTG) sprach von einer entspannteren Situation als befürchtet. Die Preise seien zurückgegangen, »dennoch stürmen die Verbraucher bisher keineswegs die Tankstellen«.

fdi/dpa
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