Tarife privater Kassen Verbraucherschützer warnen vor Kostenfallen 

Manche privaten Krankenkassen werben mit besonders günstigen Tarifen. Doch die Stiftung Warentest warnt: Bei vielen Leistungen müssen die Patienten am Ende kräftig draufzahlen.


Berlin - Die Angebote klingen verlockend, doch oft folgt eine böse Überraschung: Die Stiftung Warentest warnt vor Leistungslücken bei besonders günstigen Tarifen privater Krankenversicherer. Wer nur auf den Beitrag achte, laufe Gefahr, im Ernstfall kräftig draufzuzahlen, schreiben die Verbraucherschützer in der April-Ausgabe der Zeitschrift " Finanztest".

So würden bei Lockangeboten der privaten Kassen Arzthonorare nur bis zu einem niedrigen Gebührensatz erstattet, den Rest zahle der Patient drauf. Für die Zähne gebe es niedrige jährliche Obergrenzen, warnen die Experten. Vielfach sei auch eine Psychotherapie nicht abgedeckt oder die Kosten für eine Krankengymnastik würden nicht übernommen.

Bei den Privatversicherern gibt es laut Stiftung Warentest günstige Tarife bereits für hundert Euro im Monat oder sogar weniger. Alle Leistungen, die die Versicherung nicht übernimmt, muss der Patient aber aus eigener Tasche bezahlen, warnen die Experten. Leistungen im Krankheitsfall nachzuversichern sei nicht möglich. Auch einen hohen Selbstbehalt können Versicherte später in der Regel nicht mehr senken, wenn sie erkrankt sind.

Zudem bleiben die Tarife auf Dauer nicht so günstig wie beim Vertragsschluss, schreiben die Verbraucherschützer. Da sich die Beiträge im Laufe der Zeit vervielfachen, sollten Verbraucher nur in die Privatkasse wechseln, wenn sie regelmäßig so viel Geld sparen können, dass sie die hohen Beiträge auch im Alter aufbringen können, rät Stiftung Warentest. Um gefährliche Leistungslücken zu vermeiden, sollte auch ein günstiger Tarif mindestens die Leistungen im Umfang der gesetzlichen Krankenkassen enthalten.

mmq/AFP



insgesamt 19 Beiträge
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robiflyer 15.03.2011
1. was heißt manche
das machen doch alle. Auch zb DKV etc Generell sollte einiges auf den Prüfstand , denn das Verhalten ist alles andere als Wettbewerbs - und Kundenfreundlich Denn dei PKV ist in gewisser Form eine lebenslange Zwangsversicheurng ,dei sich einen Bullshit um das reale Leben "kümmert" Wie will ein 32 oder besser ein 56 jähriger Wissen ,ob er noch einen normalen bezahlten job bekommt ??? - Ein Selbstbehalt MUSS variabel sein - Eine Kündigung möglich MIT kompletter Auszahöung der Altersrückstellung Überhaupt sollte es den Leuten überlassen sein , ob sie sich Zwangsversichern müssen in einem System ,welches etwas wie Prophylaxe ganz klein schreibt also ein effektives Interesse an der Gesundheit des Kunden ( und verhindern möglicher wirklich teurer Behandlungen.. ) Ich plädiere für das Abschaffen der KV Pflicht , womit wirklicher Wettbewerb und damit Kleinhalten der Pharma- und Ärztelobby mögliche werden könnte
wll 15.03.2011
2.
Zitat von robiflyerdas machen doch alle. Auch zb DKV etc Generell sollte einiges auf den Prüfstand , denn das Verhalten ist alles andere als Wettbewerbs - und Kundenfreundlich Denn dei PKV ist in gewisser Form eine lebenslange Zwangsversicheurng ,dei sich einen Bullshit um das reale Leben "kümmert" Wie will ein 32 oder besser ein 56 jähriger Wissen ,ob er noch einen normalen bezahlten job bekommt ??? - Ein Selbstbehalt MUSS variabel sein - Eine Kündigung möglich MIT kompletter Auszahöung der Altersrückstellung Überhaupt sollte es den Leuten überlassen sein , ob sie sich Zwangsversichern müssen in einem System ,welches etwas wie Prophylaxe ganz klein schreibt also ein effektives Interesse an der Gesundheit des Kunden ( und verhindern möglicher wirklich teurer Behandlungen.. ) Ich plädiere für das Abschaffen der KV Pflicht , womit wirklicher Wettbewerb und damit Kleinhalten der Pharma- und Ärztelobby mögliche werden könnte
Und wie wollen sie dem Moral Hazard begegnen, daß auch Nichtversicherte trotzdem behandelt werden müssen? Eine Verweigerung der behandlung wäre aufgrund des Art. 1 GG schlicht nicht möglich. Kleinere Bahndlungen könnten wohl noch aus dem Vermögen des Patienten bestritten werden. Eine umfangreichere Behandlung dürften dagegen die wenigsten aus eigener Tasche bezahlen können, so daß dann letzten Endes der Staat - also der Steuerzahler - einspringen müsste. Und warum sollte überhaupt die Abschaffung der KV-Pflicht der Wettbewerb gefördert werden? Wettbewerb erfordert eine ausreichende Zahl von Anbietern und die Möglichkeit, die angebotene Leistung oder den Preis dieser Leistung zu variieren. Gerade an Letzterem hapert es bei der GKV, was aber schwerlich die Schuld der KV-Pflicht ist.
Eduard Rein 15.03.2011
3. Enthemmte Beitragssteigerungen
Zitat von sysopManche privaten Krankenkassen werben mit besonders günstigen Tarifen. Doch die*Stiftung Warentest warnt: Bei vielen Leistungen müssen die Patienten*am Ende kräftig draufzahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,751117,00.html
Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen. Meine PKV (AXA) hat mir gerade mitgeteilt, daß mein Beitrag ab 01.04.2011 um 59% steigt. Berücksichtige ich alle Beitragssteigerungen seit dem Vertragsabschluß, ergibt sich eine durchschnittlich Steigerung von knapp 12% pro Jahr.
iketchup 15.03.2011
4. Was viele junge Versicherte nicht wissen
Zitat von sysopManche privaten Krankenkassen werben mit besonders günstigen Tarifen. Doch die*Stiftung Warentest warnt: Bei vielen Leistungen müssen die Patienten*am Ende kräftig draufzahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,751117,00.html
Weiß überhaupt der junge PKV Versicherte, der zunächst niedrige Beiträge, plötzlich durch Krankheit so aus dem Arbeitsleben gerissen wird, das er, wenn er Erwerbsunfähigkeitsrente bezieht, von der PKV nicht als Rentner eingestuft wird, sondern als normaler Beitragszahler gilt. Er muss tatsächlich als Rentner bis zum 60.zigsten die gesetzlichen Rücklagen für seine Beitrag als Rentner bezahlen, da er erst mit 65 !!! für die PKV zum Rentner wird. Nur Gesund bis zum 65 Lebensjahr und gut verdienend lohnt sich die PKV. Wenn der GAU für den PKV Versicherten eintritt, dann hat er Pech und zwar Großes. Letztendlich zahlt dann aber die ARGE die Beiträge zur PKV, da die Rente nicht reichen wird. Ein 55 Jähriger zahlt ca. 700 Euro in die PKV, jährlich steigend. Hirn-rissig aber Gesetz und wird gerne verschwiegen.
Norbert123 15.03.2011
5. Prozent
Zitat von Eduard ReinDem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen. Meine PKV (AXA) hat mir gerade mitgeteilt, daß mein Beitrag ab 01.04.2011 um 59% steigt. Berücksichtige ich alle Beitragssteigerungen seit dem Vertragsabschluß, ergibt sich eine durchschnittlich Steigerung von knapp 12% pro Jahr.
Prozentangaben sind bei solchen Diskussionen nicht immer hilfreich...wieviel macht es denn absolut in Euro aus ?
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