Zu wenig Geld Verbraucher klagen über schlechte Versicherungsleistungen

Tausende Versicherungskunden haben sich dieses Jahr bei der Finanzaufsicht BaFin beschwert. Ganz oben auf der Liste: Streit mit Lebensversicherungen und Ärger über Kfz-Versicherungen.

Senioren auf einer Parkbank
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Senioren auf einer Parkbank


Streit mit Lebensversicherungen und Ärger wegen der VW-Abgasaffäre: Tausende Kunden haben sich in diesem Jahr wieder bei der Finanzaufsicht BaFin und beim Ombudsmann für Versicherungen über ihre Assekuranz beschwert. Die BaFin bearbeitete bis Ende September 6110 Einwände abschließend. An der Spitze standen Konflikte von Verbrauchern mit Lebensversicherungen (1374) gefolgt von mehr als jeweils 1000 Klagen über Kraftfahrtversicherungen und Krankenversicherungen.

Mehr Kunden als im Vorjahr ärgerten sich laut der BaFin über Rechtsschutz- und Krankenversicherungen. Mit Lebensversicherungen gab es dagegen etwas weniger Auseinandersetzungen. Am häufigsten kritisierten Kunden die Art der Schadenbearbeitung sowie die Höhe der Versicherungsleistung, die aus ihrer Sicht zu niedrig ausfiel.

Mehr als 500 Beschwerden gingen beim Ombudsmann für Versicherungen allein wegen des Widerrufs von alten Lebensversicherungsverträgen ein. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte Kunden bei fehlerhaften Belehrungen ein "ewiges" Recht zum Widerruf eingeräumt. Damit können Verbraucher auch Jahre später noch günstig aus ihrem Vertrag herauskommen. "Unter ganz eng begrenzten Bedingungen kann sich der Kunde allerdings nicht darauf berufen. Diese Fälle landen dann bei uns", sagte Ombudsmann Günter Hirsch der Nachrichtenagentur dpa.

Viele Besitzer von VW-Dieselfahrzeugen ärgerten sich Hirsch zufolge über ihre Rechtsschutzversicherung. Die Autobesitzer wollten sich nicht mit der von Volkswagen angebotenen Nachbesserung der Software zufriedengeben, sondern verlangten Schadenersatz oder wollten vom Kaufvertrag zurücktreten.

Nicht alle Rechtsschutzversicherungen gaben den Haltern dafür jedoch Deckungsschutz. Die Begründung: Eine Klage habe keine Aussicht auf Erfolg. Manche Fälle landeten beim Ombudsmann, "weil einige Rechtsschutzversicherungen das Ergebnis des anschließenden Gutachterverfahrens nicht anerkannten".

Der Ombudsmann sucht bei Konflikten eine gütliche Einigung, kann bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro aber auch verbindlich entscheiden. Daneben entscheiden über Streitfälle die BaFin und die Amtsgerichte.

nck/dpa



insgesamt 25 Beiträge
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fatherted98 22.12.2016
1. Ist bekannt...^
....Versicherungen leben davon Beiträge zu kassieren und so wenig wie möglich auszuzahlen. Das trifft auf alle Versicherungen in allen Lebensbereichen zu....und der Verbraucherschutz (so es ihn überhaupt gibt) macht natürlich nichts. Dem Kunden bleibt der Rechtsweg....viel Spaß dabei!
echoanswer 22.12.2016
2. Versicherungen leben nur davon
Beiträge zu kassieren ohne Gegenleistungen zu erbringen. Ein Berufsstand, der jegliche Seriösität schon lange eingebüßt hat bzw. nie hatte. Ich versichere nur das wozu mich der Gesetzgeber zwingt. Alles andere ist Geldverbrennung. Im Schadensfall wird in der Regel nichts oder nur ein vernachlässigbarer Betrag gezahlt. Neu sind diese Erkenntnisse allerdings nicht. Der Verbraucherschutz hat bisher daran Null geändert. Er hat nur dazu geführt, dann man nach jedem Gespräch riesige Abhandlungen unterschreiben muss, die die Versicherungen von jeder Verantwortung entbinden. Gut gemacht. Auch der Verbraucherschutz ist nur ein Lobbyverband.
meinemeinungsfreiheit 22.12.2016
3. Es wäre interessant...
...gewesen zu erfahren,über welche Versicherungen man sich am häufigsten beklagt hat.
lorhinger 22.12.2016
4. zur Lebensversicherung
so ist das eben, wenn man sich beim Abschluss nur auf eine Prognose verlassen hat und eben nicht auf die Garantieleistung. Hatte damals Angebote vorliegen, die in der Prognose nach 30 Jahren um über 30% über der schlechtesten Prognose lagen. Wie sagte mein Versicherungsvertreter damals, ich schreib dir in die Prognose rein, was du willst, aber beschwer dich nachher nicht, wenn diese nicht zutrifft.
opinio... 22.12.2016
5. Interessanter wäre es,
Die versicherungsfreindliche Gesetzeslage zu hinterfragen. Konkreter Fall: Unfallschaden an Kfz, der höher als der aktuelle Marktwert ist. Dass man früher zwischen Bargeld und Reparatur entscheiden konnte, lud zu Quasibetrug ein. Jetzt dagegen darf man sich wegen einer zu teueren Reparatur ein anderes Fahrzeug suchen. So etwas hält die Autoflotte jung, sicher ein Verdienst der Autolobby, und es schont die Kassen der Versicherungen, deren Lobby auch sehr stark ist. Siehe auch Riesterrente. Siehe auch das Gejammere um niedrige Zinsen. Als ob Versicherungen von Sparkonten lebten! Nein muntere Spekulation, die macht Wohlstand der Versicherungen oder etwa nicht?
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