Schweinemast Schutzbund bringt Label für "tierfreundliches" Fleisch heraus

Kann es so etwas wie glückliche Schnitzel geben? Nein, meint der Tierschutzbund, aber die Zeit vor der Schlachtung lässt sich verbessern. Betriebe mit entsprechenden Standards sollen künftig das Label "Für Mehr Tierschutz" erhalten.
Schweinehaltung: "Solange Fleisch gegessen wird, wollen wir den Konsum umlenken"

Schweinehaltung: "Solange Fleisch gegessen wird, wollen wir den Konsum umlenken"

Foto: Carmen Jaspersen/ dpa

Berlin - Verbraucher werden bald noch ein Label in vielen Supermärkten vorfinden - und zwar für "tierfreundliches" Fleisch. Ab Januar soll erstmals Schweine- und Hühnerfleisch, das durch den Deutschen Tierschutzbund mit dem Label "Für Mehr Tierschutz" zertifiziert wurde, bundesweit in den Theken mehrerer Handelsketten liegen. In der kommenden Woche starte der Tierschutzbund damit, den ersten Mastbetrieben die nötige Zertifizierung zu erteilen, schreibt die "Welt". Eine Pressemitteilung auf der Internetseite des Deutschen Tierschutzbundes bestätigt das .

"Es geht uns als Tierschutzorganisation nicht darum, den Fleischkonsum und die Intensivtierhaltung zu unterstützen", sagte Verbandspräsident Thomas Schröder der Zeitung. "Solange Fleisch gegessen wird, wollen wir die Produktion und den Konsum zugunsten tierfreundlicherer Alternativen umlenken."

Zwei Handelsketten planten derzeit, das als tierfreundlich gekennzeichnete Schweinefleisch zu verkaufen, heißt es weiter. Kaisers Tengelmann wolle zunächst in 170 Märkten seine Frischfleisch-Selbstbedienungstheken mit den gekennzeichneten Schnitzeln und Koteletts bestücken. Die Konsumgenossenschaft Coop Kiel plane, in gut 20 seiner Sky-Supermärkte in Kiel das Schweinefleisch in der Frischetheke komplett durch das zertifizierte Fleisch zu ersetzen.

Voraussetzungen für die Zertifizierung sind unter anderem, dass die Schweine in den Mastbetrieben ein Drittel mehr Platz bekommen als gesetzlich vorgeschrieben, Beschäftigungsmöglichkeiten in den Ställen installiert werden, die Ferkel von den Züchtern nicht betäubungslos kastriert und ihre Schwänze nicht kurz nach der Geburt gekürzt werden - was derzeit bei der großen Mehrheit der Ferkel Standard ist.

Bei Masthähnchen laufen derzeit die ersten Zertifizierungen beim deutschen Marktführer Wiesenhof. Dieser ist wegen seiner Intensivtierhaltung bereits mehrfach in den Schlagzeilen gewesen, versucht nun aber umzulenken. Wiesenhof lasse sich die Marke "Privathof" mit dem Label versehen, die heute bereits mit besseren Haltungsbedingungen für die Tiere produziere, schreibt die "Welt".

Mit Bio oder Ökohaltung hat das Label zunächst nichts zu tun. Die zertifizierten Produkte sollen eine Zwischenstufe zwischen konventionell hergestelltem und Biofleisch darstellen. Bei Biofleisch sind die Anforderungen an die Tierhaltung noch höher, zusätzlich müssen die Mäster sich an hohe Standards bei den Futtermitteln halten.

yes/dapd
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