Wenige Stunden nach dem Start Topf der KfW-Förderung für Neubauten ist leer – schon wieder

Die Milliarde war schnell weg: Das KfW-Fördervolumen für energiesparende Neubauten wurde an nur einem Tag aufgebraucht. Nun soll ein neues Programm folgen – mit härteren Auflagen.
Neubauten in Hannover: Run auf die Fördertöpfe

Neubauten in Hannover: Run auf die Fördertöpfe

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

»Bitte stellen Sie keinen neuen Antrag mehr«, heißt es auf der Website der staatlichen Förderbank KfW. Und das nur wenige Stunden nach dem Neustart eines Förderprogramms für Neubauten. Kaum war es möglich, Anträge abzugeben, musste die Bank die Funktion schon wieder abschalten.

Der Grund: Das Fördervolumen von einer Milliarde Euro war binnen kürzester Zeit an diesem Mittwoch ausgeschöpft, ein KfW-Sprecher bestätigte das.

Eigentlich war eine Frist von 20. April bis Ende des Jahres vorgesehen, in der Hausbauer neue Anträge für eine staatliche Förderung energiesparender Neubauten stellen können – konkret geht es um das sogenannte Effizienzhaus 40.

Im Januar hatte die Bundesregierung die Förderung zunächst wegen einer Antragsflut gestoppt, was heftige Debatten auslöste.

Betroffen davon waren neben der Neubauförderung nach dem Effizienzstandard EH55 auch die Förderprogramme für den höheren EH40-Standard und energetische Sanierungen von Gebäuden. Das Ende der Förderung führte zu deutlicher Kritik aus der Baubranche und von Verbraucherschützern.

Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne) hatte daraufhin eingelenkt und angekündigt, dass Bauherren sich doch Hoffnungen auf Förderung nach dem Standard 40 machen könnten.

Um möglichst vielen Antragstellern eine Förderung zu ermöglichen, wurden die Fördersätze reduziert. Zugleich hatte er erklärt, man müsse sich darauf einstellen, dass das Budget sehr schnell ausgeschöpft sein werde.

Das Ministerium sprach am Mittwoch von einem großen Run. Der Topf von einer Milliarde Euro werde für dieses Programm nicht aufgestockt.

Neue Programme mit schärferen Auflagen

Am Donnerstag soll es nun nach Angaben des Ministeriums ein neues Programm geben. Dieses Nachfolgeprogramm für den Bau von sogenannten EH-40-Häusern hat allerdings deutlich verschärfte Bedingungen – ohne finanzielle Deckelung, aber mit einer Antragsfrist bis Jahresende.

Eine Sprecherin des Bauministeriums verwies darauf, dass es für das neue Programm nun ein Qualitätssiegel Nachhaltiges Bauen für Bauvorhaben gebe. Ob es einen ähnlichen Ansturm auf das neue Programm gibt, gilt angesichts der deutlich strikteren Vorgaben als offen.

Als dritter Schritt ist dann von Januar 2023 an die Neuausrichtung der Neubauförderung mit dem Titel »Klimafreundliches Bauen« vorgesehen. Dieses Programm soll »insbesondere die Treibhausgas-Emissionen im Lebenszyklus der Gebäude noch stärker in den Fokus stellen«.

mmq/Reuters/dpa/AFP
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