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Energie Transparenz bei Strompreisen

aus DER SPIEGEL 24/2021
Foto: imago stock / imago images/Jochen Tack

Die Bundesregierung will die Betreiber von Stromnetzen mit dem neuen Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) zwingen, ihre Preisberechnungen transparent zu machen. Sie müssten dann Kosten und Kalkulationsgrundlagen veröffentlichen, wie der Gesetzesvorlage zu entnehmen ist. Dagegen hatten sich Branchengrößen wie E.on, aber auch Stadtwerke jahrelang erfolgreich gewehrt. Für Stromverbraucher könnte der Vorstoß laut Experten mittelfristig Entlastungen in Milliardenhöhe bedeuten. Die Netzentgelte summieren sich auf mehr als 25 Milliarden Euro jährlich und sind mit rund acht Cent pro Kilowattstunde der größte Kostenblock im Strompreis. Verbraucherschützer und unabhängige Stromanbieter wie das Hamburger Unternehmen Lichtblick werfen den etablierten Anbietern Preistreiberei und unseriöse Abrechnungsmethoden vor. Anhand von Einzelbeispielen konnten sie aufzeigen, dass in die Kalkulation offenbar sachfremde Kosten einfließen und die Einnahmen aus dem Netz zur Subventionierung anderer Unternehmensteile eingesetzt wurden. Die Netzbetreiber weisen das zurück und weigern sich bisher mit Verweis auf Geschäftsgeheimnisse, ihre Kalkulationsgrundlagen zu veröffentlichen. Stromnetze sind staatlich regulierte Monopole, ihre Besitzer und Betreiber müssen die Netze Konkurrenten zur Verfügung stellen. Sie dürfen dafür ihre Kosten sowie einen von der Bundesnetzagentur festgesetzten Gewinnaufschlag berechnen, der mit der monatlichen Stromrechnung eingezogen wird.

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