»Grenzwertige Vertriebsmaschen« Verbraucherschützer warnen vor Treppenlift-Abzocke

Wenn die Knie schmerzen, stehen viele Senioren vor der Wahl: Umziehen – oder einen Treppenlift einbauen? Doch die Verbraucherzentrale warnt: Mit ihren Verkaufsmaschen bringen viele Hersteller Betroffenen mehr Ärger als Erleichterung.
Treppenlift im Einsatz (Archiv)

Treppenlift im Einsatz (Archiv)

Foto: Daisy-Daisy / iStockphoto / Getty Images

Viele Senioren klagen nach Angaben von Verbraucherschützern über Ärger im Zusammenhang mit dem Kauf eines Treppenlifts. Es häuften sich Beschwerden über »grenzwertige Vertriebsmaschen, Verweigerung von Widerrufsrechten, mangelhaften Einbau und unzureichenden Service nach der Übergabe der Lifte«, warnt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Viele Betroffene hätten sich in der Vergangenheit an die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen gewandt, nun bestätige aber auch eine Umfrage die Missstände. Es habe sich gezeigt, dass die Treppenliftbranche »vielen Menschen mehr Ärger als Erleichterung ins Haus« bringe, hieß es unter Berufung auf die von Verbraucherzentralen in mehreren Bundesländern organisierte Befragung (den Bericht der Verbraucherzentrale finden Sie hier ).

Viele Verbraucher gaben demnach an, nicht ausreichend über ihre Widerrufsrechte und die Geschäftsbedingungen informiert worden zu sein. Andere Befragte bemängelten den Angaben zufolge Quietschgeräusche oder Ruckeln bei der Benutzung der Lifte, Defekte an Bedienelementen der Sitzeinheit oder einen fehlerhaften Einbau. Die Verbraucherzentrale schreibt von »Abzocke«.

Firmen täuschen vermeintlichen Wettbewerb vor

Mit Anschaffungskosten von bis zu 15.000 Euro seien die Lifte außerdem im Verhältnis zur Nutzungsdauer unverhältnismäßig teuer, erklärte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Weniger als die Hälfte der Befragten habe angegeben, dass ihr Anbieter ihnen eine Rückgabemöglichkeit eingeräumt habe. Es sei wichtig, interessierte Käufer darüber zu informieren, dass es auch möglich sei, Treppenlifte zu mieten oder gebraucht zu kaufen, erklärte der Experte für Bauen, Wohnen und Energie der Verbraucherzentrale, Matthias Bauer.

Eines der Hauptprobleme sei, dass der Markt im Wesentlichen von wenigen Anbietern dominiert werde, die in der Regel keine Hersteller seien. »Ein Marktführer etwa tritt mit fünf unterschiedlichen Marken an, die sich als eigenständige Firmen präsentieren. Mit nur einer Handvoll weiterer Mitbewerbern im Marktsektor Treppenlifte steht so eine große Nachfrage wenigen Anbietern gegenüber«, sagte Bauer.

beb/afp