EU-Richtlinie Bundesrat bestätigt Verbot von Einwegplastik

Einwegprodukte aus Plastik sind ab Juni 2021 verboten. Eine entsprechende Verordnung hat den Bundesrat passiert.
Der Verkauf von Trinkhalmen aus Plastik soll in Zukunft verboten werden

Der Verkauf von Trinkhalmen aus Plastik soll in Zukunft verboten werden

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Trinkhalme, Besteck, Rührstäbchen und Wattestäbchen: Viele Produkte aus Einwegplastik sind ab Mitte kommenden Jahres verboten. Eine entsprechende Verordnung hat der Bundesrat bestätigt und damit den Weg freigemacht, ein EU-weites Verbot auch in Deutschland umzusetzen. Ab Juli 2021 sollen diese Wegwerfartikel nicht mehr verkauft werden dürfen.

Generell werden künftig Produkte aus sogenanntem oxo-abbaubarem Kunststoff verboten. Dabei handelt es sich um Stoffe, die sich nach ihrer Nutzung durch Oxidation schnell in kleine Fragmente zerlegen, die ihrerseits kaum weiter abgebaut werden können.

Ab Juli 2021 sind dann außerdem Getränkebecher und Lebensmittelbehälter aus Styropor tabu.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) begrüßte den "wichtigen Schritt raus aus der Wegwerfgesellschaft" als einen guten "Beitrag für saubere Meere, Strände und Parks". Schon heute gebe es Alternativen, die sich mehrfach verwenden ließen und die Umwelt schonten. Kabinett und Bundestag müssen nach Angaben des Umweltministeriums nun der Bundesratsfassung noch zustimmen.

Verbrauch von Einwegkunststoff durch Corona-Pandemie stark gestiegen

Die Maßnahme ist auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie von Bedeutung. Laut einem Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA ist der Verbrauch von Einwegkunststoff zuletzt stark gestiegen.

Die Pandemie habe zu einem plötzlichen Anstieg der weltweiten Nachfrage nach persönlicher Schutzausrüstung geführt, so die EEA. Dazu zählten Masken, Handschuhe und Desinfektionsmitteln in Flaschen. Zudem hätten viele Restaurants auf Mitnehm- und Lieferservices mit Einweggeschirr umgestellt.

bah/AFP/dpa