Uno-Bericht 1,2 Milliarden Menschen leben in extremer Armut

Weltweit geht die Armut zurück, doch die Ungleichheit nimmt zu. 1,2 Milliarden Menschen haben laut einem Uno-Bericht nicht einmal einen Euro pro Tag zur Verfügung - weiteren 800 Millionen droht das gleiche Schicksal.
Mutter mit Kind in Gaza-Stadt: Täglich weniger als einen Euro zum Überleben

Mutter mit Kind in Gaza-Stadt: Täglich weniger als einen Euro zum Überleben

Foto: Mohammed Saber/ dpa

Tokio - Weltweit leben einem neuen Uno-Bericht zufolge rund 1,2 Milliarden Menschen in extremer Armut. Weitere 800 Millionen Menschen seien darüber hinaus stark davon bedroht, teilte das Uno-Entwicklungsprogramm UNDP mit. Laut dem "Bericht über die menschliche Entwicklung 2014"  geht die Armut weltweit zwar zurück - unter anderem wachsende Ungleichheit bedeuteten aber für viele Menschen eine ernste Bedrohung.

Dem Bericht zufolge leben fast 1,5 Milliarden Menschen in sogenannter mehrdimensionaler Armut: Es mangelt ihnen an Gesundheitsversorgung, Bildung und Lebensstandard. 1,2 Milliarden Menschen müssen demnach pro Tag mit 1,25 Dollar (umgerechnet 0,93 Euro) oder weniger auskommen. Das Problem der Armut könne zudem noch weiter verschärft werden, etwa durch Naturkatastrophen, den Klimawandelund Finanzkrisen.

UNDP-Chefin Helen Clark sagte in Tokio, wenn dies geschehe, könnten "viele Rückschläge, die wir heute bei der Entwicklung sehen, in Zukunft vermieden werden". Das Entwicklungsprogramm fordert von der Weltgemeinschaft, für alle Menschen grundlegende soziale Absicherungen zu garantieren und das Ziel der Vollbeschäftigung als oberste Priorität der Arbeitsmarktpolitik anzusehen.

Die reichsten Staaten der Welt sind laut dem Bericht Norwegen, Australien, die Schweiz, die Niederlande, die USA und Deutschland. Auf den hintersten Plätzen der Liste stehen ausschließlich afrikanische Staaten: Eritrea, Sierra Leone, der Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo und Niger.

mxw/AFP/dpa
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