Urteil des Europäischen Gerichtshofs Vorverlegte Flüge gelten als annulliert

Wird ein Flug vorverlegt, kann das für Reisende viel Stress bedeuten. Und was, wenn man den Flug deshalb verpasst? Das EuGH stellt sich jetzt auf die Seite der Reisenden.
Reisegepäck am Flughafen Hamburg: Erleichterung für Flugreisende

Reisegepäck am Flughafen Hamburg: Erleichterung für Flugreisende

Foto: Axel Heimken/ picture alliance/dpa

Wenn ein Flug um mehr als eine Stunde vorverlegt wird, gilt er als annulliert. Das urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. In der Begründung heißt es, dass die Vorverlegung durch die Airline für die Fluggäste zu schwerwiegenden Unannehmlichkeiten führen könne. Passagiere hätten also Anspruch auf die in der Fluggastrechteverordnung vorgesehene Ausgleichszahlung.

Anlass des Urteils waren Anfragen von verschiedenen Landgerichten. Das Landgericht Düsseldorf und das österreichische Landesgericht Korneuburg müssen über Klagen von Passagieren gegen verschiedene Airlines entscheiden. Sie legten dem EuGH Fragen zum EU-Recht vor. Dieser entschied nun auch, dass ein Fluggast selbst dann Ansprüche gegen eine Airline haben kann, wenn das von ihm beauftragte Touristikunternehmen den Flug gar nicht gebucht habe.

Wenn der Reiseveranstalter dem Fluggast nämlich einen Beleg über den Flug ausgestellt habe, gelte dieser Beleg als bestätigte Buchung. Vom Passagier könne nicht verlangt werden, dass er sich Informationen über die Beziehungen zwischen dem Reiseunternehmen und dem Luftfahrtunternehmen beschaffe, erklärte der EuGH. Die Airline könne ihrerseits Regressforderungen an den Reiseveranstalter stellen. In den konkreten Fällen müssen nun das deutsche und das österreichische Gericht entscheiden.

jlk/AFP