Informationsmangel Verbraucher klagen über nichtssagende Verpackungen

Viele Verbraucher stehen laut einer neuen Umfrage überfordert vor dem Lebensmittelregal. Der Grund: Die Verpackung gibt wenig Aufschluss über den Inhalt - und damit reichlich Grund zur Sorge.
Supermarktkunde in Köln: Nicht so mündig wie behauptet?

Supermarktkunde in Köln: Nicht so mündig wie behauptet?

Foto: Oliver Berg / dpa

Berlin - Eine breite Mehrheit der Deutschen fühlt sich durch Lebensmittelverpackungen unzureichend informiert. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hervor.

Dabei stimmten 74 Prozent grundsätzlich der Aussage zu: "Es ist für Verbraucher sehr schwierig, die Qualität von Lebensmitteln anhand der Angaben auf der Verpackung richtig zu beurteilen." Gut ein Drittel der Befragten stimmten voll und ganz zu, nur sechs Prozent überhaupt nicht.

Angesichts großer Auswahl und begrenzter Informationen sind viele Verbraucher vorm Lebensmittelregal offenbar überfordert: Nur 16 Prozent machen sich manchmal oder häufig Gedanken darüber, dass das Angebot an Lebensmitteln im Einzelhandel zu klein sein könnte. 58 Prozent der Befragten haben diese Sorge "nie".

Dagegen plagt 43 Prozent häufig die Sorge, dass Angaben zu Inhaltsstoffen nicht oder nur versteckt auf der Packung stehen könnten. Viele Verbraucher fürchten zudem, dass Lebensmittel nicht so gesund sein könnten wie auf der Packung versprochen oder sie versteckte Preiserhöhungen nicht mitbekommen.

Foodwatch wertete das Ergebnis als Beleg dafür, dass Kunden sich keineswegs so mündig fühlten, "wie es Vertreter der Wirtschaftsverbände gerne formulieren, wenn sie beispielsweise gegen eine Ausweitung von Kennzeichnungsvorgaben argumentieren". Als Protest gegen irreführende Produktwerbung lobt die Organisation derzeit wieder den Schmähpreis "Goldener Windbeutel"  aus.

dab
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