Verbraucherpreise Inflation zieht wieder auf 5,1 Prozent an

Die Inflation in Deutschland ist nach einem leichten Rückgang zu Jahresbeginn wieder über die Marke von fünf Prozent gestiegen, vor allem wegen höherer Energiekosten.
Heizöllieferung: Energie treibt die Preise

Heizöllieferung: Energie treibt die Preise

Foto: David Inderlied / dpa

Waren und Dienstleistungen haben sich in Deutschland im Februar wieder verteuert. Die Inflationsrate lag im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 5,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Grund sind vor allem anziehende Energiepreise. Hier betrug der Anstieg 22,5 Prozent.

Im Januar war die Inflationsrate noch auf 4,9 Prozent gesunken, nachdem sie im Dezember mit 5,3 Prozent den höchsten Stand seit fast 30 Jahren erreicht hatte.

Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor.

Fachleute haben ihre Prognosen für die Inflationsentwicklung wegen des Ukrainekriegs zuletzt deutlich nach oben korrigiert. Da Russland ein großer Energielieferant ist, könnten die Sanktionen des Westens und Gegenmaßnahmen zu anziehenden Energiepreisen führen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält 2022 eine Inflation in Deutschland von bis zu 6,1 Prozent für möglich, sollte eine Eskalation in der Ukraine zu höheren Gaspreisen führen. Bereits 2021 waren die Verbraucherpreise mit 3,1 Prozent so kräftig gestiegen wie seit 1993 nicht mehr.

So viele Firmen wie nie wollen demnächst ihre Preise erhöhen, um gestiegene Kosten abzufedern, wie jüngst eine Umfrage des Münchner ifo-Instituts ergab. Denn die Importe haben sich im Januar binnen Jahresfrist um fast 27 Prozent verteuert und damit so stark wie zuletzt im Oktober 1974 während der ersten Ölpreiskrise.

»Kreml treibt die deutsche Inflation«

Durch den Ukrainekrieg habe sich die Hoffnung auf einen deutlichen Rückgang der Inflation im Jahresverlauf weiter verschlechtert, sagte Friedrich Heinemann vom Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW. Der durch den Krieg ausgelöste Preisschub für Energie, Rohstoffe und Getreide werde die ohnehin immer noch hohe Preisdynamik weiter anheizen. Auch stiegen die Risiken, dass die Inflation längerfristig hoch bleibe.

»Der nun einzuleitende rasche Ausstieg aus russischen Gas- und Ölimporten wird Energie in Deutschland auf Dauer verteuern. Hinzu kommen die Folgen steigender Rüstungsausgaben. Diese werden die hohe Auslastung der deutschen Industrie weiter steigern. Dieser zusätzliche Nachfrageimpuls stößt auf einen ohnehin bereits angespannten Arbeitsmarkt mit hohem Fachkräftemangel. All das wird die Löhne und Preise weiter steigen lassen«, sagte Heinemann. »Ab jetzt treibt auch der Kreml die deutsche Inflation.«

mmq/Reuters/dpa