Verbraucherschützer Einzelhändler tricksen mit Pseudo-Schnäppchen

Viele Schnäppchen sind oft keine Sonderangebote: Laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen führt der Einzelhandel die Verbraucher mit vermeintlich zeitlich begrenzten Ausnahmepreisen in die Irre. Nach wenigen Wochen tauchten die Schnäppchen wieder auf - oft zum selben Preis.

Schnäppchen: Viele Sonderangebote tauchen nach kurzer Zeit wieder auf
dpa

Schnäppchen: Viele Sonderangebote tauchen nach kurzer Zeit wieder auf


Düsseldorf - Sonderangebote sind exklusiv: Mit diesem Vorurteil räumt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf. In einer Langzeitstudie fanden die Verbraucherschützer heraus, dass viele als Schnäppchen beworbene Produkte kurze Zeit später wieder zum selben Preis im Regal liegen.

Die Verbraucherzentrale hatte bei Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Co. insgesamt 400 Sonderangebote mit Rabatten von 10 bis 44 Prozent untersucht. Die Preisnachlässe ließen die Kunden millionenfach zugreifen, teilweise sogar auf Vorrat, teilten die Verbraucherschützer mit. Acht Wochen lang warteten die Tester, ob die Artikel wieder ins Sortiment kamen. Mit Erfolg: Jedes zweite Sonderangebot tauchte während der Frist beim selben Anbieter wieder auf - überwiegend mit identischem Preis.

Das Urteil der Verbraucherschützer: Der vermeintlich nur für kurze Zeit erhältliche Preis-Knüller ist ein "Werbe-Zombie", der bereits kurze Zeit später wieder zum Leben erweckt wird.

Die Sonderangebote seien demnach eher der Normalzustand als die Ausnahme. Außerdem sei mancher angebliche Sensationspreis bis auf den Cent bei allen acht beobachteten Ketten identisch gewesen. Bei der Flut an Billigangeboten lautet das Fazit der Verbraucherschützer: "Wer Markenartikel ohne Nachlass kauft, zahlt zu viel."

dis/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
Rockaxe 07.09.2011
1. Öfter mal was
Neues wäre interessanter, als immer wieder aufgewärmte Kamellen lesen zu können, die man als mündiger, preisbewußter und preisvergleichender Kunde, der zudem noch Haushaltsbuch führt, sowieso schon längst festgestellt hat. Wozu benötigt es da noch eine Studie?
pj-hh 07.09.2011
2. und?
Uih, das ist ja große Forschungskunst der Verbraucherschützer, nur... da braucht man gar nicht zu forschen, das kann einem schon beim wöchentlichen Studium der Werbebeilagen auffallen. Aber jetzt die Frage: Was ist daran schlimm? Laden A verlangt Preis a und alle 4 Wochen Preis b. Das ist sein gutes Recht. Ebenso wie der Kunde K das Recht hat, die Ware zu diesem Preis a oder zum Preis b zu kaufen oder eben nicht. Aber wenn man sich überwiegend aus Steuergeldern finanziert, kann man schon solche Studien machen und die Ergebnisse publizieren. Man möchte ja im Gespräch bleiben. Und bei nächster Gelegenheit wieder irgendeinem Discounter verbieten, Waren unter Einkaufspreis zu verkaufen - da fühle ich mich als Verbraucher so richtig geschützt.
no_panic 07.09.2011
3. Titel jetzt 25% reduziert!
Hmm, muss man diese Schnäppchen eigentlich kaufen? Ich habe immer eine Einkaufsliste, nach der ich einkaufe. Gibt es zB die passietren Tomaten im 22 km entfernten Discounter für 10 ct weniger, fahre ich deswegen nicht da hin! Aktuelle Einkäufe streue ich über die diversen Supermärkte, diese Woche hier, nächste Woche dort. Einen langfristigen Einkaufszettel habe ich auch, der wird mit Angeboten abgearbeitet, da eilt es mir ja auch nicht, ich habe Zeit. Ansonsten ist diese Studie ebenso wie der Artikel zur Studie so überflüssig wie ein spezielles Waschmittel für Dessous...
Pedro1000 07.09.2011
4. Factory Outlet Pure Verarschung!
Besonders beschissen wird bei Factory Outlets. Wenn die Ware kommt werden zunächst die Sonderpreise entfernt und neu ausgezeichnet. Natürlich wesentlich höher. Wenn vorher schon 50% Nachlass gewährt wurden sind es jetzt nur noch 25%, denn die Ware wird zum ursprúnglichen Preis ausgezeichnet. Pure Verarschung!
OskarVernon 07.09.2011
5. Falsche Frage:
Zitat von pj-hhUih, das ist ja große Forschungskunst der Verbraucherschützer, nur... da braucht man gar nicht zu forschen, das kann einem schon beim wöchentlichen Studium der Werbebeilagen auffallen. Aber jetzt die Frage: Was ist daran schlimm? Laden A verlangt Preis a und alle 4 Wochen Preis b. Das ist sein gutes Recht. Ebenso wie der Kunde K das Recht hat, die Ware zu diesem Preis a oder zum Preis b zu kaufen oder eben nicht. Aber wenn man sich überwiegend aus Steuergeldern finanziert, kann man schon solche Studien machen und die Ergebnisse publizieren. Man möchte ja im Gespräch bleiben. Und bei nächster Gelegenheit wieder irgendeinem Discounter verbieten, Waren unter Einkaufspreis zu verkaufen - da fühle ich mich als Verbraucher so richtig geschützt.
Daran ist seit Jahrzehnten nix schlimm - fragt sich also, was jemand erreichen will, der uns offensichtlich gerne veranlassen möchte, das verwerflich zu finden - Einheitsprodukte in Einheitsverpackung zum Einheitspreis...? oO
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